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Sicherheitsrat verurteilt den Raketenstart

Nordkoreas Raketenstart ist heute weltweit auf Ablehnung gestossen. Auch der UNO-Sicherheitsrat hat ihn nun verurteilt – damit seien zwei Resolutionen verletzt worden.

Sorgen für Unruhe: Neue Satellitenbilder einer Versuchsbasis deuten darauf hin, dass Nordkorea weitere Testtunnel gräbt. (18. April 2012)
Sorgen für Unruhe: Neue Satellitenbilder einer Versuchsbasis deuten darauf hin, dass Nordkorea weitere Testtunnel gräbt. (18. April 2012)
Keystone
Gute Miene trotz Blamage: Kim Jong-un winkt. (13. April 2012)
Gute Miene trotz Blamage: Kim Jong-un winkt. (13. April 2012)
AFP
Besorgnis auch in Südkorea: Bei Protesten gegen Nordkoreas geplanten Start einer Langstreckenrakete wird ein Modell mit Kim Jong-un gezündet. (20. März 2012)
Besorgnis auch in Südkorea: Bei Protesten gegen Nordkoreas geplanten Start einer Langstreckenrakete wird ein Modell mit Kim Jong-un gezündet. (20. März 2012)
Reuters
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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den heute von Nordkorea durchgeführten Raketenstart verurteilt. Damit seien zwei Resolutionen des höchsten UNO-Gremiums verletzt worden, hiess es in New York.

Mitglieder der Sicherheitsrats hätten sich darauf verständigt, Beratungen «über eine angemessene Reaktion» fortzusetzen, teilte der Sicherheitsrat nach einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon teilte in Genf mit, der Start sei «eine direkte Verletzung der Resolution 1874» des Sicherheitsrats. In dieser Resolution vom Juni 2009 hatte der Sicherheitsrat einen nordkoreanischen Atomwaffenversuch scharf verurteilt und verlangt, keine weiteren Raketentests durchzuführen.

China ruft zur Ruhe auf

Auch die Aussenminister der G8-Staaten verurteilten den Start als Verletzung der Sicherheitsrats-Resolution. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton nannte den Raketenstart «gefährlich und destabilisierend». Südkorea befürchtete, dass Nordkorea nun mit weiteren Atomtests seine militärische Stärke unter Beweis stellen will.

Die USA sprachen von einer «provokativen Aktion». «Nordkorea verschwendet sein Geld für Waffen und Propaganda, während die Menschen in Nordkorea hungern», kritisierte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Jay Carney. Auch die Schweiz verurteilte Nordkoreas Raketenstart scharf. Die Aktion könne die Spannungen in der Region verstärken.

Nordkoreas Verbündeter China rief alle Beteiligten zur Ruhe auf. Aus Kreisen des Aussenministeriums in Moskau verlautete, Russland werte den Versuch als Bruch einer UNO-Resolution, die dem Einsatz von Raketentechnologie Grenzen setzt. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow schloss aber schärfere Sanktionen aus.

USA sagen Lebensmittelhilfe ab

Nach dem Raketentest haben zudem die USA dem abgeschotteten Land die geplante Lebensmittelhilfe gestrichen. Sollte die Regierung in Pyongyang weitere provokative Handlungen unternehmen, werde man zusätzliche Massnahmen in Erwägung ziehen, sagte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates.

Die Langstreckenrakete, die nach offiziellen nordkoreanischen Angaben einen Beobachtungssatelliten in eine Umlaufbahn bringen sollte, war kurz nach dem Start ins Meer gestürzt. Damit erlebte Nordkoreas neuer Machthaber ein Desaster vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Der Flugkörper startete heute um 7.38 Uhr und 55 Sekunden Ortszeit.

Erstmals gibt Nordkorea missglückten Raketenstart zu

Nach den Berichten der Nachbarländer räumte auch das Regime in Pyongyang ein, dass die Aktion nicht nach Plan verlaufen sei. Der Satellit Kwangmyongsong-3 habe «nicht den Orbit erreicht», hiess es in staatlichen Medien. «Wissenschaftler, Techniker und Experten untersuchen die Gründe für dieses Scheitern.»

Es ist das erste Mal, dass Pyongyang einen missglückten Raketenstart zugibt. Ähnliche Unterfangen in den Jahren 2006 und 2009 scheiterten gemäss Südkorea und den USA ebenfalls, doch das Regime in Nordkorea sprach jeweils von einem Erfolg.

Nach Angaben Nordkoreas sollte die Rakete einen Satelliten ins All befördern. Der Westen und Südkorea befürchten allerdings, es könne sich um einen militärischen Test handeln.

SDA/rbi

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