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Sie erhält das Okay aus dem fernen Amerika

Übergangsregierungen schweben oft in der Luft und sind dringend auf die Unterstützung mächtiger Staaten angewiesen. So muss auch Rosa Otunbajewa zittern.

Die Chefin der Übergangsregierung telefonierte bereits mit US-Aussenministerin Hillary Clinton: Rosa Otunbajewa.
Die Chefin der Übergangsregierung telefonierte bereits mit US-Aussenministerin Hillary Clinton: Rosa Otunbajewa.
Reuters

Nach dem Volksaufstand in der zentralasiatischen Republik Kirgisien mit nun 81 Toten und mehr als 1600 Verletzten haben jetzt auch die USA die neue Führung anerkannt. «Wir arbeiten mit der Übergangsregierung zusammen», teilte US-Botschafterin Tatiana Gfoeller am Sonntag in Bischkek mit. Die designierte Regierungschefin Rosa Otunbajewa und US-Aussenministerin Hillary Clinton hätten telefonisch auch humanitäre Hilfslieferungen vereinbart. Der gestürzte autoritäre Präsident Kurmanbek Bakijew hält sich weiter im Süden des Landes auf. Der 60-Jährige gilt als international isoliert.

Mehr als 500 Verletzte des Volksaufstandes der vergangenen Tage wurden noch in Spitälern behandelt. Die Zahl der Toten stieg am Sonntag auf 81. Viele Menschen waren bei den blutigen Ausschreitungen so schwer verletzt worden, dass Lebensgefahr bestand.

Grosse Armut

In der völlig verarmten Ex-Sowjetrepublik sind viele Menschen auf dringende Hilfe angewiesen. Plünderungen, Brandschatzungen sowie Gewaltexzesse hatten seit vergangenen Dienstag zu grossen Zerstörungen in zahlreichen Orten besonders im Norden des Landes geführt.

Die Lage stabilisierte sich am Wochenende weiter, nachdem internationale Organisationen wie die UNO und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Beobachter in das Land an der Grenze zu China geschickt hatten.

Staatstrauer

Die Staatstrauer in Kirgisien dauerte an, mehr als 10'000 Menschen verabschiedeten sich am Samstag von den «Helden des Volksaufstandes».

An der Gedenkstätte Ata Beit, wo auch der Nationalschriftsteller Tschingis Aitmatow beerdigt ist, verurteilte Otunbajewa ihren früheren Weggefährten Bakijew als Verräter der Revolution von 2005. «Diejenigen, die damals an die Macht kamen, haben sich gegen den Volkswillen gestellt, sind zum Feind geworden, der auf das Volk schiesst», sagte Otunbajewa.

Viele Kirgisen seien gestorben, um ihrem Volk die Freiheit und eine Zukunft zu geben. Bakijew hielt sich weiter mit seinen Anhängern im Süden des Landes auf. Er betrachtet sich nach wie vor als Präsident.

USA sagen Unterstützung zu

US-Botschafterin Gfoeller teilte auf der Internetseite ihrer Behörde mit, dass Washington das kirgisische Volk auf dem Weg in die Demokratie politisch und wirtschaftlich unterstützen wolle. Dazu seien Treffen mit der neuen Führung geplant.

Über die US-Luftwaffenbasis in Manas bei Bischkek habe Washington unter anderem auch Medikamente für die Verletzten des Aufstandes übergeben.

Otunbajewa versicherte in dem Gespräch mit Clinton, dass die USA auch künftig die Basis für die Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan nutzen dürften. Die USA hatten entschieden, Manas vorläufig wegen der instabilen Lage im Land nicht mehr zu nutzen.

Wie Major John Redfield vom US-Zentralkommando in Florida am Samstag bestätigte, werden die Flüge zum Transport von Truppen und Ausrüstung nach Afghanistan über einen anderen Stützpunkt abgewickelt.

Wie es weitergehe, hänge von der Entwicklung in Kirgisien ab. Redfield betonte zugleich, dass die Unterstützung der US-Truppen in Afghanistan trotz der Umleitung voll gewährleistet sei.

SDA/cpm

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