Südkorea versucht zweimal, russischen Bomber zu vertreiben

Ein russisches Militärflugzeug soll den südkoreanischen Luftraum verletzt haben. Moskau bestreitet den Vorfall.

Zwei Warnschüsse innerhalb von 20 Minuten: Ein russischer Bomber soll südkoreanischen Luftraum verletzt haben. Im Bild: Ein südkoreanischer KF-16-Jäger. Bild: Kim jun-beom/Newsis/AP/Keystone

Zwei Warnschüsse innerhalb von 20 Minuten: Ein russischer Bomber soll südkoreanischen Luftraum verletzt haben. Im Bild: Ein südkoreanischer KF-16-Jäger. Bild: Kim jun-beom/Newsis/AP/Keystone Bild: AP Korea Pool/Keystone

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Das südkoreanische Militär hat am Dienstag zwei Warnschüsse gegen ein russisches Kampfflugzeug abgefeuert. Dieses habe zuvor zusammen mit zwei anderen russischen Militärfliegern den südkoreanischen Luftraum verletzt, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Es sei das erste Mal gewesen, dass russische Militärmaschinen in den Luftraum eingedrungen seien. Nach Berichten südkoreanischer Medien handelte es sich um einen russischen Bomber.

Auch zwei chinesische Militärflugzeuge seien in die Zone eingedrungen. Die Regierung kündigte an, in Moskau und Peking offizielle Beschwerden über die Verletzungen einzureichen. Ob es sich um ein gemeinsames Manöver der russischen und chinesischen Streitkräfte handelte, war zunächst unklar.

Russland bestreitet Luftraumverletzung

Am Dienstag hat das Aussenministerium in Moskau bestritten, dass ein russisches Militärflugzeug in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen sei. Der geplante Flug zweier russischer Bomber sei über neutralen Gewässern des Japanischen Meeres durchgeführt worden,

Es seien auch keine Warnschüsse von südkoreanischen Kampfjets abgegeben worden. «Wenn russische Piloten eine Sicherheitsbedrohung verspüren würden, würde die Antwort nicht lange auf sich warten lassen.»

Nach Darstellung Russlands näherten sich den russischen Flugzeugen in der Nähe der Inselkette zwei südkoreanische Kampfjets, «die unprofessionelle Manöver ausführten, dabei den Kurs eines russischen strategischen Bombers mit Luft-Boden-Raketen kreuzten und damit eine Gefahr für ihre Sicherheit schufen». Die südkoreanischen Piloten hätten auch keinen Kontakt zu den russischen Maschinen gehabt.

«Es war nicht das erste Mal, dass südkoreanische Piloten erfolglos versuchten, russische Flugzeuge daran zu hindern, über die neutralen Gewässer des Japanischen Meeres zu fliegen», so das russische Ministerium. Es nannte dies eine Luftverteidigungszone, die von südkoreanischer Seite spontan festgelegt worden sei. Solche «Zonen» seien nicht durch internationale Regeln festgelegt.

Die Vorfälle ereigneten sich laut dem südkoreanischen Verteidigungsministerium vor der Ostküste nahe einer Felseninselkette, die von Südkorea Dokdo genannt wird. Karte: Google

Leuchtfeuer und Warnschüsse

Nach Angaben des Militärs in Seoul drang das russische Flugzeug kurz nach 9 Uhr Ortszeit in den Luftraum über Dokdo ein – einer Insel vor der Ostküste Südkoreas, die auch von Japan beansprucht wird.

«Das Militär ergriff taktische Massnahmen, darunter Leuchtfeuer und das Abfeuern eines Warnschusses», teilte das Verteidigungsministerium mit. Das Flugzeug habe danach den südkoreanischen Luftraum verlassen, diesen aber etwa 20 Minuten später wieder erreicht, woraufhin ein weiterer Warnschuss abgegeben worden sei.

Weitere Einzelheiten gab das Ministerium zu dem Vorfall zunächst nicht bekannt. Die Hintergründe sollen untersucht werden.

Südkorea hatte 2013 erklärt, seine eigene «Identifikationszone zur Luftverteidigung» (ADIZ) in südlicher Richtung zu erweitern. Hintergrund war damals der Streit um Gebietsansprüche im Ostchinesischen Meer. Seitdem gab es häufig Verletzungen der Zone durch russische und chinesische Flugzeuge.

(chk/sda)

Erstellt: 23.07.2019, 05:52 Uhr

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