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Syrische Soldaten machen Jagd auf Überläufer

Auf der Suche nach dem zur Opposition übergelaufenen syrischen Generalstaatsanwalt der Provinz Hama haben Soldaten Häuser durchsucht. Zahlreiche Menschen wurden festgenommen.

Als Zivilisten verkleidete Soldaten gehen in Homs auf Verdächtige los. (5. September 2011)
Als Zivilisten verkleidete Soldaten gehen in Homs auf Verdächtige los. (5. September 2011)
Keystone
Opfer der Gewalt: Tote in den Strassen von Homs.
Opfer der Gewalt: Tote in den Strassen von Homs.
Keystone
Machtdemonstration: Armeepanzer patrouillieren in der Stadt Homs.
Machtdemonstration: Armeepanzer patrouillieren in der Stadt Homs.
Reuters
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Die Soldaten seien in Dörfern nahe der türkischen Grenze und im Zentrum Syriens ausgeschwärmt und hätten Informationen über den Verbleib des Generalstaatsanwalts der Provinz Hama, Adnan Bakkur, verlangt, sagte ein Sprecher des Aktivistennetzwerks der örtlichen Koordinationskomitees, Omar Idlibi. Dieser sei mittlerweile aber sicher ausser Landes.

Bakkur hatte aus Protest gegen die Niederschlagung der Protestbewegung in zwei Videos seinen Rücktritt bekannt gegeben. Den Behörden zufolge wurde er von «Terroristen» entführt. In einer neuen Audiobotschaft beschuldigt der Sprecher, der behauptet Bakkur zu sein, Sicherheitskräfte und regimetreue Banden am Freitag seinen Konvoi angegriffen und vier seiner Begleiter getötet zu haben. Er selbst sei durch Granatsplitter verletzt worden, habe aber mithilfe anderer Dissidenten fliehen können.

Zwei Tote in der Unruheprovinz Homs

Aktivistensprecher Idlibi bestätigte den Angriff auf Bakkur in der Provinz Idlib am Freitag. Auch in anderen Teilen des Landes sei es am Montag zu weiterer Gewalt gekommen, sagte Idlibi. In der Unruheprovinz Homs seien zwei Menschen von Soldaten getötet worden. Ausserdem gebe es unbestätigte Berichte über eine Schiesserei zwischen Soldaten und deren abtrünnigen Kameraden am Militärflughafen von Damaskus.

Nach der neuen Sanktionsrunde der EU prüft indessen auch die Schweiz eine Verschärfung der Strafmassnahmen gegen das Regime von Präsident Bashar Assad. Bern hat bislang alle Sanktionen der EU gegen Syrien mitgetragen. «Wir haben den Beschluss zur Kenntnis genommen und prüfen, ob die neuen Sanktionen auch übernommen werden sollen», sagte die Sprecherin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Marie Avet, auf Anfrage. Über eine Änderung der entsprechenden Verordnung müsste der Bundesrat entscheiden.

Botschafter zitiert

Das schweizerische Aussenministerium hatte das brutale Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Opposition Mitte August scharf verurteilt und den Botschafter in Damaskus zu Konsultationen zurückgerufen. Präsident Assad und zahlreiche weitere Mitglieder des Regimes sowie mehrere Unternehmen werden von der Schweiz sanktioniert.

dapd/pbe

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