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Taiwans Bürger misstrauen China

Der Händedruck beim Gipfeltreffen in Singapur könnte erst einmal der letzte gewesen sein.

Taiwan und China: viel Lärm um wenig. Ein Händedruck, und vor allem Symbolik, die kaum Einfluss nehmen wird auf den Lauf der Dinge in den Strassen von Taiwan. Denn das war ein Treffen zwischen zwei Parteiführern und kein Treffen zwischen zwei Staatsoberhäuptern mit dem Willen und der Macht zur Gestaltung. Was vor allem an Taiwans Ma Ying-jeou liegt: Der Mann ist bei den Wählern zu Hause längst unten durch, er hat nur mehr ein paar Monate im Amt und geniesst kein Vertrauen mehr in Taiwan. Dass das Volk keine Rolle spielt bei als «historisch» gefeierten Anlässen – für Xi Jinping ist das Normalität. Chinas Partei- und Staatschef nutzte die letzten Tage für ein paar Auftritte als Friedensfürst in einer von Spannungen heimgesuchten Region: Zuerst gab es konziliante Töne beim Besuch in Vietnam, dann den freundlichen Wortwechsel mit Taiwans Ma.

Xi wird allerdings lernen müssen, dass das Volk im Verhältnis zwischen China und Taiwan sehr wohl eine Stimme hat: weil Taiwan längst eine Demokratie ist. Am 16. Januar werden Taiwans Wähler die Kandidatin der oppositionellen DFP, Tsai Ing-wen, zur neuen Präsidentin machen. Das macht Peking Sorgen. Das Treffen mit Ma nun soll auch eine Botschaft sein an Tsai Ing-wen: Nimm dir ein Beispiel an dem guten Ma, der Peking stets entgegenkam. Genau dieses Entgegenkommen aber – das zu viel davon – wird der regierenden Kuomintang nun die Wahl kosten.

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