Taliban greifen ausländische Touristen in Afghanistan an

Im Westen Afghanistans wurde eine Touristengruppe, darunter ein Deutscher und elf weitere Ausländer, angegriffen. Mehrere von ihnen wurden verletzt.

Die Taliban bekannten sich zunächst nicht zur Tat: Ehemalige Kämpfer während einer Friedenszeremonie in Herat.(3. August 2016)

Die Taliban bekannten sich zunächst nicht zur Tat: Ehemalige Kämpfer während einer Friedenszeremonie in Herat.(3. August 2016) Bild: Jalil Rezayee /Keystone

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Bei der Attacke in der Provinz Herat seien mindestens sechs Ausländer sowie der afghanische Fahrer verletzt worden, teilte die Provinzregierung mit. Die deutsche Botschaft wurde eingeschaltet. Die afghanischen Behörden machten die radikalislamischen Taliban für die Tat verantwortlich.

Die Touristengruppe bestehe aus acht Briten, drei US-Bürgern und einem Deutschen, sagte der Sprecher der Provinzregierung von Herat, Dschilani Farhad. Sie wurden von einem Konvoi der afghanischen Armee begleitet, als die Attacke im Bezirk Tschescht-e-Scharif verübt wurde.

Angreifer in die Flucht geschlagen

Die Angreifer seien in die Flucht geschlagen worden, sagte der Sprecher. Wer von den Ausländern bei dem Angriff verletzt wurde, war zunächst ebenso unklar wie der Grund ihrer Reise.

Die Armee hatte zunächst mitgeteilt, bei dem Angriff seien fünf Ausländer und ein afghanischer Fahrer verletzt worden. Farhad sagte später, mindestens sechs Ausländer und ihr afghanischer Fahrer hätten Verletzungen erlitten. Die Gruppe werde in die Provinzhauptstadt Herat gefahren.

Von Reisen wird abgeraten

Die deutsche Botschaft in Kabul wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes eingeschaltet und bemühte sich demnach «mit Hochdruck um Aufklärung, ob tatsächlich Deutsche betroffen sind und wie ihnen Beistand geleistet werden kann». Das Auswärtige Amt rät mit einer offiziellen Reisewarnung vor Reisen nach Afghanistan ab.

«Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt», heisst es darin. «Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein.» Dazu zählten Entführungen und Gewaltverbrechen. Auch die USA warnen ihre Bürger vor einem «sehr hohen Risiko» für Entführungen in Afghanistan.

Beliebte Kulturstätten

Fahrten über afghanische Überlandstrassen sind äusserst gefährlich. Reisende werden dort immer wieder von den Taliban oder anderen bewaffneten Gruppen entführt oder getötet. Herat und die benachbarte Provinz Bamijan sind bei Touristen wegen ihrer zahlreichen Kulturstätten beliebt und gelten eigentlich als relativ sicher.

Die Armee und die Provinzregierung von Herat schrieben den Angriff den Taliban zu. Mehrere Taliban-Kämpfer seien von den Einsatzkräften getötet worden, sagte der Sprecher der Provinzregierung. Die Extremisten bekannten sich jedoch zunächst nicht zu der Tat. Die Taliban haben ihre Angriffe im Zuge ihrer «Sommeroffensive» zuletzt wieder ausgeweitet.

Erst am Montag hatten Taliban-Kämpfer in Kabul einen Anschlag auf ein von ausländischen Vertragskräften genutztes Hotel verübt. Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens und den anschliessenden siebenstündigen Kämpfen wurden nach Polizeiangaben ein Polizist und drei Taliban-Kämpfer getötet. Die Gäste und Mitarbeiter des Hotels blieben unverletzt. (kat/AFP)

Erstellt: 04.08.2016, 14:09 Uhr

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