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Talibankämpfer befreien 250 Häftlinge

Im Nordwesten Pakistans griffen rund 150 Talibankämpfer ein Gefängnis an. Unter den befreiten Gefangenen befinden sich rund 30 islamistische Aufständische.

Schwer bewaffnete Taliban haben bei einem Angriff auf ein Gefängnis im Nordwesten Pakistans fast 250 Häftlinge befreit. Unter ihnen seien auch rund 30 Aufständische, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter dem privaten Nachrichtensender Ary News.

Mindestens zwölf Menschen seien getötet worden, darunter vier Polizisten. Sechs Flüchtige hätten bislang von der Polizei wieder gefasst werden können. Die Angreifer waren als Polizisten verkleidet, als sie 243 Insassen aus dem Zentralgefängnis in Dera Ismail Khan in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa befreiten.

Demnach drangen 50 bis 60 Talibankämpfer in das Gebäude ein, während Komplizen von aussen weiter Raketen abschossen. Durch eine erste Rakete seien zwei Polizisten getötet worden, die sich in einem Fahrzeug am Eingang befunden hätten.

Stundenlange Schussgefechte

Der Chef der regionalen Gefängnisverwaltung, Khalid Abbas, sagte, die Schussgefechte hätten rund drei Stunden gedauert. Zuvor hätten die Angreifer die Aussenmauer gesprengt und Handgranaten auf die Wächter geworfen.

Nach dem Ende der Kämpfe durchsuchten Sicherheitskräfte das Gebäude, das laut Abbas wegen eines Stromausfalls im Dunkeln lag. Mit Taschenlampen seien die Insassen durchgezählt worden, um festzustellen, wie viele fehlten.

Zahlreiche Sprengsätze hinterlassen

Die Angreifer hinterliessen zahlreiche Sprengsätze in dem Gebäude. 14 hätten bislang entschärft werden können. Die Sicherheitskräfte seien noch dabei, das Gefängnis zu sichern. Die Behörden verhängten den Angaben zufolge eine Ausgangssperre über die Stadt.

Zuvor hatten die Taliban bereits die Verantwortung für den Überfall übernommen. Rund 150 Kämpfer, darunter 60 Selbstmordattentäter, hätten die Haftanstalt attackiert, sagte ein Sprecher, Shahidullah Shahid, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. In dem Gefängnis sitzen bis zu 5000 Menschen ein, darunter 300 Aufständische. Es liegt unweit der unruhigen Stammesregionen an der Grenze zu Afghanistan.

AFP/sda/chk

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