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Tausende protestieren in Tokio gegen Atomkraft

Drei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima demonstrieren in der japanischen Hauptstadt zahlreiche Menschen für das Ende der Atomkraft. Die Pläne der Regierung sehen jedoch anders aus.

Wütend auf die Regierung: Demonstranten in Tokio trommeln auf Fässern. (9. März 2014)
Wütend auf die Regierung: Demonstranten in Tokio trommeln auf Fässern. (9. März 2014)
Keystone

Vor dem dritten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima haben Tausende Menschen in Tokio ein Ende der Atomkraft gefordert. Sie demonstrierten in einem Park der japanischen Hauptstadt und liefen dann zum Parlament. Auch in anderen Städten in Japan waren Kundgebungen gegen Atomkraft geplant.

Die japanische Regierung bekundete derweil Interesse, einige der 48 stillgelegten Reaktoren im Land wieder in Betrieb zu nehmen. Die Ölimporte seien seit der Katastrophe in die Höhe geschnellt und das habe der Wirtschaft geschadet, hiess es zur Begründung der Pläne.

Kein Vertrauen in die Regierung

Bei dem schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami am 11. März 2011 wurden mehr als 15'800 Menschen getötet, das Schicksal von mehr als 2600 weiteren ist offiziell ungeklärt. Im Atomkraftwerk Fukushima wurden vier der sechs Reaktoren zerstört. Wegen der radioaktiven Verseuchung wurden Zehntausende Menschen im Umkreis der Anlage evakuiert. Nach wie vor dürfen etwa 50'000 Anwohner nicht in ihre Häuser oder Wohnungen zurück.

Viele Menschen in Japan haben ihr Vertrauen in die Regierung verloren, weil sie nicht mehr daran glauben, dass Atomkraft sicher ist. Sie sind besorgt wegen der Auswirkungen der Strahlung auf ihre Gesundheit und insbesondere der ihrer Kinder.

Ministerpräsident Shinzo Abe strebt auch danach, japanische Atomanlagen und Nukleartechnologie zu exportieren. Japan könne die weltweit höchsten Sicherheitsstandards bieten, weil man aus Fukushima gelernt habe, erklärte der Regierungschef. Bereits heute sind gut 400 Atomreaktoren in mehr als 30 Ländern in Betrieb und Dutzende im Bau. Allein in China sollen bis zum Jahr 2050 mehrere Hundert weitere ans Netz gehen.

SDA/kpn

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