Tauwetter zwischen Nord- und Südkorea

Der Norden entschuldigt sich für eine Landmine, der Süden beendet die Propagandabeschallung. Nord- und Südkorea legen ihren jüngsten Grenzkonflikt bei.

Nord- und Südkorea legen die aktuelle Krise bei: Vertreter aus dem Norden und Süden.

Nord- und Südkorea legen die aktuelle Krise bei: Vertreter aus dem Norden und Süden. Bild: AP

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Nord- und Südkorea haben sich in ihrer jüngsten Krise auf eine Deeskalation geeinigt. Der Norden habe sein Bedauern über die Explosion von Landminen in der demilitarisierten Grenzzone ausgedrückt, teilte die südkoreanische Regierung in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit. Im Gegenzug sagte der Süden zu, die Propaganda-Beschallung durch Lautsprecher an der gemeinsamen Grenze einzustellen.

Der Konflikt zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn hatte sich Anfang August wieder hochgeschaukelt, nachdem zwei Soldaten aus Südkorea durch eine angeblich von Nordkorea platzierte Mine verstümmelt worden waren. Südkorea nahm daraufhin nach elfjähriger Unterbrechung die Lautsprecher an der Grenze wieder in Betrieb, der Norden drohte mit Krieg und verlegte nach Angaben aus Seoul in den vergangenen Tagen auch Truppen und U-Boote ins Grenzgebiet.

Beide haben ihre Forderung durchgesetzt

Delegationen beider Staaten hatten seit Samstag im Grenzort Panmunjom beraten, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Es sind die ranghöchsten Gespräche seit einem Jahr. Südkorea war vertreten durch den nationalen Sicherheitsdirektor der Präsidentin, Kim Kwan Jin, und Vereinigungsminister Hong Yong Pyo, Nordkorea durch den Südkorea-Beauftragten Kim Yang Gon und den Top-Militär Hwang Pyong So, der von vielen als Nummer zwei hinter Staatschef Kim Jong Un angesehen wird.

Die Gespräche hatten sich hingezogen, weil beide Seiten in ihren Kernforderungen nicht nachgeben wollten. Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye wollte eine klare Entschuldigung des Nordens für die Verstümmelung der beiden Soldaten, der Norden verlangte die sofortige Abstellung der Lautsprecher an der Grenze. Nach Ansicht von Beobachtern fürchtet die Regierung in Pyongyang, dass Soldaten an der Grenze durch populistische Botschaften aus dem Süden desertieren könnten.

Nach dem Durchbruch wollen beide Seiten nun auf eine weitere Verbesserung ihrer Beziehungen hinarbeiten, wie der südkoreanische Gesandte Kim in einer im Fernsehen übertragenen Stellungnahme sagte. Dazu solle es bald Gespräche in Seoul oder Pyongyang geben. (ofi/sda)

Erstellt: 24.08.2015, 20:12 Uhr

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