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«Tritt zurück, Verbrecherin»

In Südkorea protestieren Zehntausende gegen Präsidentin Park Geun-hye. Hintergrund ist ein Skandal um eine mysteriöse Vertraute.

Protest gegen Präsidentin Park Geun-hye: In Seoul sind Zehntausende auf die Strasse gegangen. (5. November 2016)
Protest gegen Präsidentin Park Geun-hye: In Seoul sind Zehntausende auf die Strasse gegangen. (5. November 2016)
AFP
Park (Bild) ist wegen eines Skandals um eine enge Vertraute unter Druck geraten. Dieser wird vorgeworfen, sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben.
Park (Bild) ist wegen eines Skandals um eine enge Vertraute unter Druck geraten. Dieser wird vorgeworfen, sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt zu haben.
Keystone
Auf diesen war «Park Geun Hye raus» und «Hochverrat durch eine geheime Regierung» zu lesen.
Auf diesen war «Park Geun Hye raus» und «Hochverrat durch eine geheime Regierung» zu lesen.
AFP
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In der Korruptionsaffäre um Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye sind zwei frühere Mitarbeiter festgenommen worden. Die zunehmend unbeliebte Park steht unter Verdacht, einer mysteriösen Vertrauten erlaubt zu haben, im Hintergrund die Fäden zu ziehen.

Der ehemalige hochrangige Berater Ahn Jong Beom sei am Sonntag wegen Machtmissbrauchs und versuchter Nötigung festgenommen worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Er soll Parks enger Vertrauter Choi geholfen haben, Millionenspenden von Unternehmen wie Samsung einzusammeln.

Die Gelder sollen in zwei angeblich gemeinnützige Stiftungen geflossen sein, die Choi benutzt haben soll, um sich persönlich zu bereichern. Festgenommen wurde ausserdem Parks früherer Mitarbeiter Jeong Ho Seong, der Park seit 1998 zur Seite gestanden hatte. Der 47-Jährige soll Reden der Präsidentin und offizielle Dokumente an Choi weitergeleitet haben.

Unruhen gefährden Präsidentschaft

Durch die Affäre hat Park ihren Rückhalt bei den Südkoreanern verloren. Ihre Zustimmungsrate sank auf ein Rekordtief von fünf Prozent. Zehntausende Südkoreaner forderten am Samstag in Seoul den Rücktritt der Präsidentin. Der Protest war die grösste Anti-Regierungs-Demonstration in der Hauptstadt seit knapp einem Jahr. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 43'000, Protestorganisatoren sagten hingegen, rund 130'000 Personen seien zu der Veranstaltung gekommen.

Die Demonstranten hielten am Samstag Banner, Kerzen und bunte Schilder. Auf diesen war «Park Geun-hye raus» und «Hochverrat durch eine geheime Regierung» zu lesen. Die Protestteilnehmer versammelten sich auf einem grossen Platz vor einem alten Palasttor und in nahegelegenen Strassen. Später gingen sie zu einem langsamen Marsch in Richtung der Strassen um das Rathaus über. Sie riefen «Tritt zurück, Verbrecherin» und «Wir können dies nicht länger hinnehmen».

Die Polizei setzte Dutzende Busse und mobile Wände ein, um Wege zum Büro und der Residenz der Präsidentin zu versperren. Tausende Beamte in gelben Jacken und mit kompletter Kampfausrüstung beobachteten die Demonstranten.

SDA/woz

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