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Trotz Spannungen: USA jagen weiter Terroristen in Pakistan

Die USA erwägen auch in Zukunft Anti-Terror-Einsätze in Pakistan. Vereinzelte Politiker wollen nun auch die Streichung pakistanischer Hilfsgelder erwirken – das würde vor allem die Flutopfer betreffen.

Die CIA hofft, hier wichtige Fingerabdrücke zu finden: Osama Bin Ladens Haus in Abbottabad.
Die CIA hofft, hier wichtige Fingerabdrücke zu finden: Osama Bin Ladens Haus in Abbottabad.
Keystone
Die Zerstörung gibt einen Eindruck über das Ausmass der Intervention: Im Innern von Bin Ladens Anwesen.
Die Zerstörung gibt einen Eindruck über das Ausmass der Intervention: Im Innern von Bin Ladens Anwesen.
Reuters
Einer der Söhne Osama Bin Ladens, Omar Bin Laden, in Saudiarabien im Jahr 2007.
Einer der Söhne Osama Bin Ladens, Omar Bin Laden, in Saudiarabien im Jahr 2007.
Reuters
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Pakistan hatte einst das Taliban-Regime in Afghanistan unterstützt, war aber nach den Terroranschlägen vom 11. September an die Seite der USA in den Kampf gegen den Terrorismus eingetreten. Seither überwiesen die USA 18 Milliarden Dollar an Hilfsleistungen nach Pakistan. Das meiste davon ging an das Militär. 2009 verabschiedete der US-Kongress aber auch ein Hilfsprogramm für den Bau von Schulen, Strassen und demokratischen Einrichtungen.

Angesichts des angeblich jahrelang unentdeckten Verstecks von Bin Laden forderte die US-Abgeordnete Kay Granger, ein Hilfsprogramm für Flutopfer in Pakistan auf Eis zu legen. Dass der «berühmt-berüchtigtste Terrorist der Welt» fünf Jahre lang unbehelligt nahe einer Militäreinrichtung leben konnte, habe ihre Sorge vergrössert, dass Islamabad womöglich «unfähig» sei, die Gelder transparent zu verwalten, schrieb Granger an Aussenministerin Hillary Clinton.

Weitere Einsätze geplant

Trotz der Spannungen zu Pakistan schliesst US-Präsident Barack Obama weitere Einsätze gegen Terrorverdächtige in dem Land nicht aus. Obama behalte sich das Recht dazu vor, sagte sein Sprecher Jay Carney. Drei Tage nach der Tötung des Al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden gedenkt der US-Präsident bei einem Besuch in New York der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Obama habe bereits während des Präsidentschaftswahlkampfs deutlich gemacht, dass er Einsätze in Pakistan anordnen würde, wenn dort Terrorverdächtige aufgespürt würden, sagte Carney. Er sei weiterhin der Ansicht, dass dies der «richtige Ansatz» sei. Obama hatte 2008 erklärt, er werde gegen Bin Laden oder andere ranghohe Vertreter des Terrornetzwerks auch in Pakistan vorgehen, wenn die dortige Regierung «unfähig oder nicht willens» sei, zu handeln.

Pakistan erörtert Angriff

Gemeinsam mit einer Reihe hochrangiger Offiziere will der Oberkommandierende der pakistanischen Streitkräfte, General Ashfaq Parvez Kayani, heute die US-Kommandoaktion erörtern, bei der am Montag Osama Bin Laden ums Leben kam. Islamabad und Washington hatten erklärt, Pakistan sei an der Operation nicht beteiligt gewesen.

Bislang ist unklar, wann Pakistan über den Angriff informiert wurde und warum die Streitkräfte keine Massnahmen gegen die aus dem benachbarten Afghanistan in pakistanischen Luftraum eindringenden US-Helikopter ergriffen. Möglicherweise werde Parvez Kayani nach dem Treffen eine Stellungnahme abgeben, hiess es aus Militärkreisen.

Gefälschte Bilder machen die Runde

Bin Laden, der als Hauptdrahtzieher der Anschläge vom 11. September gilt, war am Montag von einer US-Spezialeinheit im pakistanischen Abbottabad getötet worden. Ein Foto seiner Leiche will die US-Regierung nicht veröffentlichen. Im Senat scheinen aber gefälschte Bilder des toten Al-Qaida-Chefs die Runde gemacht zu haben. Drei republikanische Abgeordnete mussten ihre Aussage, sie hätten das offizielle Foto gesehen, revidieren.

Im Gedenken an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September will Obama am Ground Zero in New York einen Kranz niederlegen. Dort will er nach Angaben des Weissen Hauses auch Angehörige der Opfer treffen. Seinem Sprecher Carney zufolge will der Präsident mit seinem Besuch das «Gemeinschaftsgefühl» (spirit of unity) würdigen, das das Land nach den Attentaten verspürt habe. Bei den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon in Washington waren etwa 3000 Menschen ums Leben gekommen.

AFP/mrs

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