Trump und Erdogan diskutieren über Sicherheitszone

Nach den Streitigkeiten um den Status der Kurden in Syrien geben sich die beiden Länder versöhnlich.

Wieder alles anders: Donald Trump droht Erdogan nicht mehr mit wirtschaftlicher Vernichtung. Bild: Reuters

Wieder alles anders: Donald Trump droht Erdogan nicht mehr mit wirtschaftlicher Vernichtung. Bild: Reuters

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Die USA und die Türkei schlagen im Streit über den Umgang mit kurdischen Milizen in Syrien versöhnliche Töne an. US-Präsident Donald Trump und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan erklärten am Dienstag übereinstimmend, während eines Telefonates über die Einrichtung einer Sicherheitszone im Norden Syriens gesprochen zu haben.

Trump, der erst am Wochenende der Türkei mit wirtschaftlicher Vernichtung gedroht hatte, gab nun an, beim Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern gebe es ein erhebliches Potenzial.

Erdogan sprach von einem Einvernehmen von historischer Bedeutung. Er kündigte zudem an, sich höchstwahrscheinlich noch im Januar mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Russland ist als Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad von entscheidender Bedeutung bei der Neuordnung Syriens.

Hintergrund des Streits zwischen Trump und Erdogan ist die Ankündigung der Türkei, nach dem Abzug der USA aus Syrien die kurdische Miliz YPG im Norden des Landes zu vertreiben. Diese Miliz war der wichtigste Verbündete der USA im Bodenkampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS).

Die Türkei setzt die YPG mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gleich, die in der Türkei für mehr Autonomie der Kurdengebiete kämpft. Am Wochenende drohte Trump der Türkei per Tweet mit wirtschaftlicher Zerstörung, sollte den Kurden Leid zugefügt werden.

32 Kilometer breite Sicherheitszone

Erdogan sagte am Dienstag, er sehe die Einrichtung einer 32 Kilometer breiten Sicherheitszone im Grenzgebiet zur Türkei positiv. Zudem könne sie weiter ausgedehnt werden. Milizen sollen keinen Zugang zu dieser Zone erhalten.

Eine Sprecherin des US-Präsidialamtes sagte, die beiden Staatschefs hätten über die weitere Zusammenarbeit vor dem Hintergrund des eingeleiteten Abzugs der US-Truppen aus Syrien gesprochen.

Trump habe erklärt, er wolle die Sicherheitsbedenken der Türkei berücksichtigen. Die Türkei dürfe aber nicht gegen Kurden oder andere Gruppen im benachbarten Syrien vorgehen, mit denen die USA dort gemeinsam gegen die IS-Miliz gekämpft hätten. (nlu/sda)

Erstellt: 15.01.2019, 16:02 Uhr

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