Türkei lässt erneut 81 angebliche Terroristen verhaften

Fast drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei sucht die Regierung weiter intensiv nach mutmasslichen Mitverschwörern.

Insgesamt sind seit dem Putschversuch nach Regierungsangaben rund 500'000 Menschen wegen vermeintlicher Gülen-Verbindungen verhaftet worden: Präsident Erdogan. (Foto: Keystone)

Insgesamt sind seit dem Putschversuch nach Regierungsangaben rund 500'000 Menschen wegen vermeintlicher Gülen-Verbindungen verhaftet worden: Präsident Erdogan. (Foto: Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Mittwoch liessen türkische Staatsanwälte 81 Menschen festnehmen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Ihnen würden Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Den macht die Regierung für den Putschversuch von 2016 verantwortlich.

Staatsanwälte liessen nach 167 Menschen suchen

Unter den Verdächtigen sind wieder Soldaten und Polizisten, aber auch Menschen, denen die Justiz vorwirft, die Gülen-Bewegung finanziert zu haben. Andere sollen eine verbotene Handy-App zur klandestinen Kommunikation unter Gülen-Anhängern genutzt haben. Erst am Dienstag waren bis zum späten Nachmittag mindestens 85 Menschen hinter Gittern gelandet, die meisten Soldaten. Insgesamt hatten Staatsanwälte nach mindestens 167 Menschen suchen lassen.

Insgesamt sind seit dem Putschversuch nach Regierungsangaben aus dem März rund 500'000 Menschen wegen angeblicher Gülen-Verbindungen festgenommen worden. Rund 30'000 sollen weiter in Haft sein. Unter ihnen sind auch oppositionelle Akademiker oder Journalisten. Allein in der vergangenen Woche waren Anadolu-Berichten zufolge 200 Menschen festgenommen worden. (sda)

Erstellt: 03.07.2019, 15:49 Uhr

Artikel zum Thema

Türkischer Journalist in der Schweiz verhaftet

Die Luzerner Polizei hat die Wohnung eines Erdogan-Anhängers durchsucht. Ihm könnte die Ausschaffung drohen. Mehr...

Istanbuler Ohrfeige für Erdogan

Kommentar Die Bürgermeister-Neuwahl zeigt, dass die Türkei zu demokratischer Korrektur fähig ist. An den Verhältnissen ändert sich so schnell aber nichts. Mehr...

«Ja, den kenne ich» – türkischer Spion packt aus

Für den türkischen Geheimdienst unterwanderte Adnan K. in Zürich eine linke Guerilla. Sein Fall zeigt, wie Ankara in der Schweiz spioniert. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Bei Sonnenuntergang: Junge spielen Fussball am Ciliwung in Jakarta, Indonesien. (11. Juli 2019)
(Bild: Willy Kurniawan) Mehr...