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UNO-Sicherheitsrat verurteilt Atomtest scharf

Der nordkoreanische Atomtest sei eine «eindeutige Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit», befand der UNO-Sicherheitsrat. Jetzt wird über weitere Massnahmen beraten.

Weitere Resolutionen oder neue Sanktionen: Der südkoreanische Aussenminister Kim Sung-hwan. (12. Februar 2013)
Weitere Resolutionen oder neue Sanktionen: Der südkoreanische Aussenminister Kim Sung-hwan. (12. Februar 2013)
AFP

Der UNO-Sicherheitsrat hat den nordkoreanischen Atomtest «entschieden verurteilt». Der Test stelle eine «eindeutige Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit» dar, erklärte das Gremium heute in New York nach einer Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen.

Das mächtigste UNO-Gremium kündigte an, sofort mit der Arbeit an einer neuen Nordkorea-Resolution zu beginnen, die angemessene Massnahmen beinhalten werde. Das totalitäre Land hatte heute Morgen zum dritten Mal seit 2006 einen unterirdischen Atomwaffentest vorgenommen.

Nordkorea legte am Abend mit weiteren Drohungen nach. Der Test sei nur eine «erste Gegenmassnahme» gewesen, hiess es in einer Erklärung des Aussenministeriums in Pyongyang. Sollten die USA durch ihr «feindseliges Vorgehen gegen die Volksrepublik» die Angelegenheit kompliziert machen, werde das Land keine andere Wahl haben, «zweite und dritte, stärkere Schritte in Folge zu unternehmen».

Die Atomexplosion hatte nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA eine deutlich grössere Sprengkraft als die beiden vorherigen Tests in den Jahren 2006 und 2009. Unabhängige Experten bestätigten dies und schätzten die Wirkung auf ein Drittel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe vom August 1945.

Weltweit Kritik

Der neuerlich Test stiess bei den ständigen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats – USA, Russland, China, Frankreich und Grossbritannien – wie auch bei UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon auf ebenso scharfe Kritik wie bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, der Europäischen Union und der Nato.

US-Präsident Barack Obama sprach in einer vom Weissen Haus verbreiteten Stellungnahme von einer höchst provokativen Aktion. Der Test erfolgte nur wenige Stunden vor der Rede Obamas zur Lage an die Nation. Moskau forderte die Führung in Pyongyang unter Androhung weiterer Sanktionen zum Verzicht auf ihr Raketenprogramm auf.

Scharfe Reaktion aus China

China – traditioneller Verbündeter des stalinistischen Landes, dessen Führung Tausende Landsleute in Straf-, und Konzentrationslagern foltern und sterben lässt – forderte Nordkorea «dringend auf, sich an seine Verpflichtung zur Denuklearisierung zu halten und keine weiteren Aktivitäten durchzuführen, die die Situation verschlimmern könnten». In Peking wurde Nordkoreas Botschafter ins Aussenministerium zitiert.

Frankreichs Präsident François Hollande verlangte von Pyongyang, sein Atomprogramm vollständig zurückzufahren. Der britische Aussenminister William Hague sprach von einer «Bedrohung der internationalen Sicherheit und der Sicherheit in der Region». Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle wiederum forderte weitere internationale Sanktionen gegen Nordkorea.

Auch die Schweiz verurteilte den Atomwaffentest. Damit gefährde Nordkorea den Frieden und die Sicherheit in der Region, schrieb das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einer Mitteilung. Der Atomtest laufe den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft im Bereich der Nichtverbreitung von Kernwaffen zuwider.

Iran fordert Verbot von Atomwaffen

Der Iran, der vom Westen verdächtigt wird, selbst heimlich eine Atombombe zu bauen, forderte gar ein weltweites Verbot von Atomwaffen.

Japan kündigte eine Verschärfung seiner Sanktionen gegen das Nachbarland an. Und Südkorea berief wie Japan den nationalen Sicherheitsrat ein. Die Streitkräfte Südkoreas wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

SDA/rbi

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