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Sie umgeht Zensur mit Science-Fiction

«Peking falten» liest sich wie eine Dystopie. In ihrem Buch kritisiert Hao Jingfang jedoch Chinas Gegenwart. Das Parabelhafte schenkt Freiräume.

Die Mächtigen bekommen jene ganz unten nie zu Gesicht: Eine Wanderarbeiterin durchsucht in Peking den Schutt eines abgerissenen Hauses. Foto: Reuters
Die Mächtigen bekommen jene ganz unten nie zu Gesicht: Eine Wanderarbeiterin durchsucht in Peking den Schutt eines abgerissenen Hauses. Foto: Reuters

Jeden Morgen um sechs zerbrechen in Peking Mietshäuser in zwei Teile, und Wolkenkratzer neigen sich dem Erdboden zu wie devote Dienstboten, deren Antlitz die Füsse berührt. Das Schauspiel beobachtet man am besten von jenseits der sechsten Ringstrasse aus, gemeinsam mit ein paar hungrigen Lastwagenfahrern, die sich derweil gähnend die Beine vertreten. Die Bewohner der Stadt aber liegen in traumlosem Schlaf in ihren Kojen, während sich unter ihnen die Erde öffnet. Unterdessen werden ihre Wohnblocks zu dichten Quadern gepackt, gewaltigen Zauberwürfeln gleich. Dann beginnt sich der Boden zu wenden. Die einen Quader kippen hinweg ins Erdreich, dafür treten die anderen ins Licht, entfalten sich, streben zum Himmel. Ein neuer Tag bricht an.

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