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USA blockieren Klimafonds

Eine Handvoll Staaten hat sich am Klimagipfel in Durban dezidiert gegen die Einrichtung des Green Climate Fund ausgesprochen. Vor allem über die Frage der Finanzierung gab es Streit.

Spuren des Klimawandels: Ein Hirte wandert in Südindien über über ausgetrockneten Boden.
Spuren des Klimawandels: Ein Hirte wandert in Südindien über über ausgetrockneten Boden.
Keystone

Die Bemühungen zum Aufbau eines Fonds zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen haben am Mittwoch einen Rückschlag erlitten. Eine Handvoll Staaten blockierte auf der UNO-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban die Einrichtung des sogenannten Green Climate Fund.

Der bisherige Entwurf für den Fonds sei «übereilt» und enthalte «Fehler und Widersprüche», sagte der US-Verhandlungsführer Jonathan Pershing. Wenn der Fonds nicht richtig aufgebaut sei, werde er weniger wirkungsvoll sein.

Weltbank soll keine Rolle spielen

Venezuela sprach sich als Vertreter der ALBA-Gruppe lateinamerikanischer Staaten dagegen aus, dass die Weltbank eine tragende Rolle bei der Verwaltung des Fonds spielen soll. Saudi- Arabien wandte sich gegen die Verwendung privater Mittel und plädierte für eine öffentliche Finanzierung.

Die meisten Staaten drängen jedoch auf eine rasche Annahme des bisherigen Entwurfs. Sie fürchten, dass jeder Versuch, ihn zu verbessern, zur Blockade führt, so dass der Fonds nicht mehr in Durban angenommen werden kann.

Der Klimafonds war 2009 auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen beschlossen worden. Offen ist jedoch, woher die Mittel von jährlich hundert Milliarden Dollar stammen sollen, mit denen er von 2020 an arme Länder in der Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen unterstützen soll.

Unklar ist auch noch, wofür genau das Geld ausgegeben werden soll: Die Entwicklungsländer wollen mehr Mittel zur Anpassung an den Klimawandel als zur Reduzierung ihrer Emissionen.

Hitzewellen jedes zweite Jahr

Der Vorsitzende des UNO-Weltklimarats hat eine düstere Prognose für die Folgen der Erderwärmung abgegeben und gleichzeitig die langfristigen Vorteile des Kampfes gegen den Klimawandel betont. Ohne genaue Fristen zu nennen, machte Rajendra Pachauri deutlich, dass die Frist für eine Reduzierung und letztlich einen Rückgang der Treibhausgasemission zu Ende gehe.

Hitzewellen, die bisher alle 20 Jahre aufgetreten seien, würden bis Ende des Jahrhunderts jedes zweite Jahr vorkommen, sagte Pachauri vor den Konferenzteilnehmern.

Gleichzeitig warnte er eindringlich davor, dass Küstenregionen und Inseln durch die Erderwärmung von Überschwemmungen bedroht seien, dass die auf Regen angewiesene Landwirtschaft in Afrika um die Hälfte zurückgehen würde und viele Arten aussterben würden. Innerhalb von zehn Jahren rechnet Pachauri damit, dass bis zu 250 Millionen Menschen von Wassermangel bedroht sind.

Arme Länder häufen Schulden an

Die Zunahme von Unwettern, Überschwemmungen und Dürren lasten finanziell vor allem auf armen Ländern, die bis zu 90 Prozent ihrer Staatsschulden durch die Aufarbeitung der Folgen der Katastrophen anhäufen, sagte der Vorsitzende des mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Weltklimarats der Vereinten Nationen.

Durch die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen könnten aber «viele Auswirkungen verhindert, verringert oder verzögert werden», erklärte Pachauri. Eine Stabilisierung der Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre würde das Wirtschaftswachstum um 0,12 Prozent pro Jahr verlangsamen, die Kosten würden aber durch eine verbesserte Gesundheit der Menschen, sowie mehr Sicherheit bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Energie wieder wettgemacht werden.

SDA/miw

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