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USA und Südkorea planen Seemanöver

Nach dem Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff markieren die beiden Staaten Präsenz vor den Küsten Nordkoreas. Die Lage auf der Halbinsel spitzt sich zu.

Südkorea kündigt bei weiteren Provokationen eine «militärische Reaktion» an: Soldaten der Marinebasis von Pyeongtaek, südlich von Seoul.
Südkorea kündigt bei weiteren Provokationen eine «militärische Reaktion» an: Soldaten der Marinebasis von Pyeongtaek, südlich von Seoul.

Die USA und Südkorea planen als Reaktion auf die Versenkung des südkoreanischen Kriegsschiffs «Cheonan» zwei gemeinsame Seemanöver vor der koreanischen Halbinsel. Wie Pentagonsprecher Bryan Whitman am Montag in Washington mitteilte, soll die Abwehr von U-Boot-Angriffen und die Beobachtung feindlicher Aktivitäten geprobt werden. Die Militärübungen sollen «in naher Zukunft» stattfinden.

Die Manöverplanung sei nach dem Torpedo-Beschuss der «Cheonan» am 26. März erfolgt, sagte Whitman. 46 Seeleute kamen beim Untergang des Kriegsschiffs ums Leben. Eine internationale Untersuchungskommission kam vorige Woche zu dem Ergebnis, dass der Torpedo von einem nordkoreanischen U-Boot abgefeuert wurde. Nordkorea weist jede Verantwortung für den Untergang der «Cheonan» zurück.

Handelssanktionen angekündigt

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak sagte am Montag, er werde das kommunistische Nordkorea für den Untergang zur Rechenschaft ziehen. Er kündigte einen Handelsstopp und ein Durchfahrverbot für nordkoreanische Schiffe an. Nordkorea müsse sich bei Südkorea und der internationalen Gemeinschaft entschuldigen und die Verantwortlichen bestrafen. Er werde den Fall vor den Uno-Sicherheitsrat bringen.

Lee betonte in einer Fernsehansprache, dass Südkorea bei weiteren «Provokationen» auch vor scharfen militärischen Reaktionen nicht zurückschrecken werde. Falls die Gewässer Südkoreas, dessen Luftraum oder Territorium verletzt würden, werde das Land sofort von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen.

Die koreanische Halbinsel befinde sich an einem «kritischen Wendepunkt», warnte Lee. Jeder Austausch oder eine Zusammenarbeit mit Nordkorea sei unter den gegebenen Umständen sinnlos. Eine Ausnahme soll es für den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong und für humanitäre Hilfe für Kinder in Nordkorea geben.

Clinton drängt China zu gemeinsamem Vorgehen

Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea dominierten auch den Auftakt der zweitägigen Regierungsberatungen der USA und Chinas. US- Aussenministerin Hillary Clinton warb in Peking für ein gemeinsames Vorgehen gegenüber Pyongyang.

Nordkorea habe eine «höchst brenzlige Situation» in der Region verursacht, die unter Kontrolle gehalten werden müsse, warnte Clinton. Das Regime müsse die Konsequenzen zu spüren bekommen und sein Verhalten ändern, «um eine Eskalation zu verhindern.»

China ist der engste Verbündete Nordkoreas und zugleich ständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat mit Veto-Recht, weshalb Pekings Zustimmung für ein koordiniertes internationales Vorgehen gegen Pyongyang unerlässlich ist. Bislang rief Peking, Nordkoreas wichtigster Lebensmittel- und Treibstofflieferant, stets zu Zurückhaltung auf.

ddp/sda/oku

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