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Volksnähe hinter Plexiglas

Japans Regierung wünscht sich seinen Kaiser als blosses Landessymbol ohne wirkliche Einflussnahme. Dabei ist Akihito ein subtiler Volksversteher mit Wille zur Reform.

Seit 25 Jahren auf dem Thron: Kaiser Akihito. (23. Dezember 2009)
Seit 25 Jahren auf dem Thron: Kaiser Akihito. (23. Dezember 2009)
Keystone
Zeigt viel Menschlichkeit und Bescheidenheit: Kaiser Akihito mit seiner Frau Michiko. (14. November 2013)
Zeigt viel Menschlichkeit und Bescheidenheit: Kaiser Akihito mit seiner Frau Michiko. (14. November 2013)
Keystone
...und dessen Frau Masako. (23. Dezember 2013)
...und dessen Frau Masako. (23. Dezember 2013)
Reuters
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Würdig lächelnd und etwas gebrechlich winkte Kaiser Akihito am Montag zur Feier seines 80. Geburtstags vom verglasten Balkon seines Palasts dem Volk zu, neben ihm seine Gattin Michiko und seine Familie. Mehr Volksnähe lässt das kaiserliche Hofamt nicht zu.

Der Tenno (himmlischer Herrscher) ist «das Symbol Japans und seiner Einheit», so sieht es die Verfassung vor. Ein Staatsoberhaupt ist er nicht. Er hat keine politischen Funktionen, auch keine zeremoniellen wie die gekrönte Häupter anderer konstitutioneller Monarchien. Er hat noch nicht einmal Spielraum, seine Rolle zu interpretieren. Umgekehrt darf die Politik ihn nicht instrumentalisieren. Das 800-köpfige Hofamt steuert jeden Schritt der kaiserlichen Familie. Dennoch ist es Akihito in den 25 Jahren seit seiner Thronbesteigung gelungen, ein eigenes Profil zu demonstrieren. Mit viel Menschlichkeit und Bescheidenheit setzt er sich von der gegenwärtigen Politik ab. Im Volk, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg vom Tenno abgewendet hatte, trägt ihm das grosse Sympathien ein. Die extreme Rechte dagegen, die in Japa durchaus salonfähig ist, attackiert ihn als zu lau. Sie möchten ihn in ihren aggressiven Nationalismus einbinden. Auch dafür dürfte Premier Shinzo Abe die Verfassung ändern wollen.

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