Zwei Egos spielen mit dem Feuer

Nordkorea droht den USA mit Atombomben, die USA drohen Nordkorea mit Atombomben. Kim Jong-un will Amerika Angst machen, Donald Trump legt die Folterwerkzeuge auf den Tisch.

Im Fall eines US-Angriffs droht die Vernichtung von Südkoreas Hauptstadt Seoul: Spezialkräfte der nordkoreanischen Volksarmee bei einer Übung Ende August. Foto: KCNA, EPA, Keystone

Im Fall eines US-Angriffs droht die Vernichtung von Südkoreas Hauptstadt Seoul: Spezialkräfte der nordkoreanischen Volksarmee bei einer Übung Ende August. Foto: KCNA, EPA, Keystone

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In Hiroshima steht eine Uhr, die der Menschheit die Tage zählt. «Tage seit dem Abwurf der ersten Atombombe» steht auf dem oberen Display. Darauf ist an diesem Mittwoch die Zahl 26'330 zu lesen. Eine zweite Zahl, direkt darunter, informiert über die «Tage seit dem letzten Test einer Atombombe». Das sind heute exakt 00'004. Vier Tage, seit Kim Jong-un sie alle vorgeführt hat, voran die USA und China.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat die Angewohnheit, den Rest der Welt immer wieder zur Unzeit aus dem Gleichgewicht zu werfen. Am Sonntag vor vier Tagen in aller Früh zum Beispiel. Als in Norwegen der Seismologe Steven Gibbons erwachte und die ersten Meldungen des nordkoreanischen Atomtests las, setzte er auf Twitter eine relativ kurze Nachricht ab: «Oh fuck!» Es wurde der meistverbreitete Tweet, den er jemals geschrieben hat.

Karikatur: Joep Bertrams, Niederlande

Gibbons arbeitet für Norsar, eine norwegische Erdbebenforschungseinrichtung, die die Druckwellen unterirdischer Atomwaffentests analysiert. Seinen Tweet, sagte Gibbons später, habe er auch abgesetzt, weil er wusste, dass sein Sonntag damit ruiniert war. Vor allem aber war es die Angst um die Zukunft der Welt. Die Zahlen, die da auf den Messgeräten einliefen, waren anders als bei den vorherigen fünf Atomtests der Nordkoreaner. «Das hier war eine viel, viel, viel grössere Explosion», sagte Gibbons einem Radiosender. «Was wir hier haben, ist eine Waffe von entsetzlicher Zerstörungskraft.»

Das mindestens Siebenfache der Bombe, die einst Hiroshima vernichtet hat. Ist es wirklich eine Wasserstoffbombe, wie Nordkorea behauptet? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Letztlich ist das egal. Diese Waffe ist das, was die Amerikaner einen Game-Changer nennen, vor allem dann, wenn Nordkorea tatsächlich den Sprengkopf auf eine Interkontinentalrakete montieren und Richtung USA abschiessen kann, was wohl nur mehr eine Frage der Zeit ist.

Das Gerede vom Krieg

Der Test liess im Nordosten Chinas die Erde zittern. Vor allem aber liess er die Welt und das politische Washington ­erbeben. Mit einem Mal schwillt das ­Gerede vom Krieg wieder an. Chirurgischer Erstschlag, Präventivkrieg, das hatte man von amerikanischen Politikern schon vor einigen Wochen gehört. Auch bei der Rhetorik darf die Welt einer schleichenden Eskalation beiwohnen, was nicht so einfach ist nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump vor einem Monat, er werde «Feuer und Zorn» auf Nordkorea regnen lassen. Der eher besonnene US-Verteidigungsminister Jim Mattis hatte noch vorige Woche auf «diplomatische Lösungen» gedrungen, nun droht auch er mit einer «massiven militärischen Antwort». Er «bettelt um Krieg», sagte Nikki Haley, Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, über Kim Jong-un. Und Präsident Trump? Drohte nach einem Telefonat mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe erstmals offen mit dem Einsatz der «nuklearen Fähigkeiten» der USA.

Das ist gerade die Lage: Nordkorea droht den USA mit Atombomben. Und die USA drohen Nordkorea mit Atombomben.

Kim verspricht seit Jahren, seine Feinde im nuklearen Feuerball zu vernichten. Dass der amerikanische Präsident jetzt das Gleiche tut, ist eher ungewöhnlich. Meint es eine der beiden Seiten ernst? Vor allem aber: Wer weiss, ob in einer solchen Situation am Ende nicht Dinge geschehen, die am Anfang keiner gewollt hat. Die Schlafwandler, die Europa im Sommer 1914 in den Ersten Weltkrieg geführt haben, es ist kein Zufall, dass mit einem Mal wieder von ihnen die Rede ist. Nur die Nachrichtenagentur Bloomberg sieht die Dinge positiv und rein geschäftlich: «Nordkoreas Atomtest bietet potenzielle Kaufchance für lokale Investoren.»

Bilder: Reaktionen auf den jüngsten Test

Im Mittelalter gab es die sogenannte Territion. Das war jener Moment, in dem die Richter dem Angeklagten die Folterwerkzeuge zeigten. Der Anblick von Daumenschrauben und glühenden Zangen sollte den Beschuldigten so erschrecken, dass er lieber ein Geständnis ablegte. Heute macht man das subtiler. Per Pressemitteilung: «Präsident Trump hat die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten bekräftigt, unser Staatsgebiet, unsere Territorien und unsere Verbündeten zu verteidigen und dabei die ­gesamte Bandbreite unserer diplomatischen, konventionellen und nuklearen Fähigkeiten einzusetzen.» So stand es in der Erklärung, die das Weisse Haus am Wochenende nach dem Telefonat von Trump und Abe veröffentlichte.

Kim Jong-un will, dass Amerika Angst hat. Und der amerikanische Präsident legt die Folterwerkzeuge auf den Tisch. Das war kein Tweet am frühen Morgen, das war eine offizielle Stellungnahme des Weissen Hauses, in die das Adjektiv nuklear eingeflochten wurde – eine sorgfältig platzierte, offene Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Kim sitzt am längeren Hebel

Auch im Weissen Haus ist bekannt, dass ein amerikanischer Militärschlag mit ziemlicher Sicherheit einen nordkoreanischen Vergeltungsangriff auf Südkorea zur Folge hätte. Für einen Angriff müssten die USA also die Vernichtung der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und den Tod von Millionen Menschen in Kauf nehmen. «Jeder Krieg mit Nordkorea wird von nun an ein Atomkrieg sein», urteilen die beiden amerikanischen Nordkoreabeobachter Ankit Panda und Vipin Narang vom Massachusetts Institute of Technology diese Woche. Trumps ehemaliger Chefstratege Stephen Bannon hat vor kurzem offen zugegeben, dass die «militärische Option» in Wahrheit gar nicht existiere. Kim sässe schlicht am längeren Hebel. Das gilt allerdings nur, solange der US-Präsident nicht bereit ist, Südkorea zu opfern.

Klar ist, was Trump will: Nordkoreas Diktator soll denken, dass er zu einem Krieg bereit ist. Als ein Journalist Trump am vergangenen Sonntag nach dem Kirchgang die Frage zuschrie, ob er «Nordkorea angreifen» werde, antwortete der Präsident salopp: «Wir werden sehen.» Und nicht alle Aussenpolitiker in Washington halten seine Strategie für völlig falsch. Ihr Argument: Die «strategische Geduld», die frühere US-Präsidenten mit der auf Atomwaffen so versessenen Kim-Dynastie zeigten, hatte auch ­keinen Erfolg. Man wisse nicht genau, welche Drohungen und Warnungen in Pyong­yang bis zu Kim Jong-un durchdringen. Deswegen, so meint ein europäischer Diplomat, könne es schon sinnvoll sein, auch mal richtig laut zu brüllen. Das Gebrüll sollte allerdings Teil einer Strategie sein, eingebettet in Disziplin und Voraussicht. Die Signale müssten eindeutig sein, nicht so konfus wie zuletzt aus Washington. Die Nordkoreaner müssten wissen, woran sie sind, ebenso die Chinesen und die Südkoreaner. Sonst ist das Tor offen für Missverständnisse, für Fehlkalkulationen – am Ende für die Katastrophe.

Die aufgepeitschte Rhetorik jedenfalls macht das eben noch Undenkbare zu etwas wieder Vorstellbarem. Erstmals seit dem Kalten Krieg diskutieren Experten und Journalisten detailliert die Szenarien eines Atomschlages, selbst in nüchternen Blättern wie dem «Guardian» erscheinen Artikel mit der lakonischen Titelzeile «Die Auslöschung Nordkoreas würde mehr Probleme schaffen, als sie löst».

Kim ist brutal und skrupellos, ein Verrückter ist er nicht.

Es gibt, grob gesagt, zwei historische Beispiele, wie man eine solche Situation handhaben kann. Man kann es machen wie John F. Kennedy 1961 während der Kubakrise: gute Nerven, klares Ziel und viel Flexibilität, was den Weg dorthin angeht. Dann kommt man mit etwas Glück heil aus der Sache raus. Oder man macht es wie Kaiser Wilhelm II. im Sommer 1914: Ignoranz, Gepluster, Angeberei – Verderben. Donald Trump, so viel ist sicher, ist kein JFK.

Trumps Krisenmanagement ist gewohnt erratisch und bizarr. Aber dass der US-Präsident seine Wut über einen nordkoreanischen Atomtest ausgerechnet an Südkorea ausliess, Amerikas engem Verbündetem, war dann doch eine Überraschung. Trump kritisierte Südkoreas «Besänftigungspolitik» gegenüber dem Norden und belehrte das Land, Gespräche brächten nichts. Gleichzeitig liess Trump durchsickern, er denke ernsthaft darüber nach, das milliardenschwere Handelsabkommen mit Südkorea zu kündigen. In Südkorea, aber auch anderswo, waren viele fassungslos. Die Welt starrt nun also auf einen US-Präsidenten, der bislang nicht erkennen lässt, dass er das Gespür, das Wissen und die intellektuelle Kapazität besitzt, die Natur und die Komplexität des ­Konfliktes zu erfassen.

Und Kim Jong-un? Kein Mensch hat je in seinen Kopf geschaut. Die meisten Beobachter sind sich in einem Punkt einig: Er will die USA nicht angreifen, die Atomwaffen sollen abschrecken und das Überleben seines Regimes sichern. Wenn sie ihm gleichzeitig Respekt sichern und die Allianz der Feinde spalten, umso besser. Kim ist brutal und skrupellos, ein Verrückter ist er nicht. Das heisst nicht, dass nicht auch Kim und die Leute um ihn herum sich zu irrationalen Fehlreaktionen hinreissen lassen könnten. Trumps Attacken auf Südkorea werden sie als Erfolg registriert haben.

Neue Waffen für Seoul

Immerhin: In der Nacht auf Dienstag fand Trump Zeit für ein Telefonat mit dem von ihm attackierten südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in. Südkorea erhielt die Zusage für neue Waffen für Milliarden US-Dollar und soll seine eigenen Raketen schlagkräftiger machen dürfen. Moon war angetreten mit dem Versprechen, einen Dialog mit dem Norden zu suchen, aber nach dem Atomtest hat auch er den Ton verschärft. Verteidigungsminister Song Young-moo dachte am Montag laut darüber nach, ob die USA ihre taktischen Atomwaffen, die sie zu Beginn der Neunzigerjahre aus Südkorea abgezogen hatten, nicht wieder hier stationieren sollten. Das Blaue Haus, der Sitz des Präsidenten, pfiff ihn jedoch zurück. Man halte sich an das Ziel einer Denuklearisierung der ganzen koreanischen Halbinsel. Zuvor hatte der Süden schon Raketenabschüsse und Kampffliegereinsätze geübt – ausdrücklich ging es dabei auch darum, den «Kopf des Nordens» auszuschalten.

Auf den Strassen Seouls ist von Krise nichts zu spüren, es herrscht Alltag. Junge Leute zucken mit den Schultern, wenn man sie fragt, ob sie Angst haben. «Die Menschen, die den Koreakrieg erlebt haben und sich fürchten, werden halt immer weniger», sagt Park Jiwon, die an der Yonsei-Universität Politik studiert. «Höchstens die Grosseltern machen sich noch Sorgen.» Für ihre eigene Generation sei Nordkorea weit weg. «Weiter als New York, dort können wir hinreisen.» Die meisten Koreaner misstrauten Trump mehr als Kim Jong-un, sagt sie, Pyongyang habe den USA schliesslich mehrfach Verhandlungen für einen Friedensvertrag angeboten. Aber, sagt sie dann, in den letzten Tagen habe sich die Stimmung doch ein wenig verschlechtert. Vor allem, weil die konservativen Tageszeitungen ständig düstere Bedrohungsszenarien durchspielten. Sie erzählt von der Evakuierungsübung, welche die Stadtverwaltung ­angesetzt hat in dem Hochhausbüro, in dem sie gerade ihr Praktikum macht: «Die Koreaner blieben an ihren Schreibtischen sitzen», sagt sie. «Nur die Ausländer haben mitgemacht.»

Video: Südkorea übt Raketenangriff auf Nordkorea

Die Militärübung ist eine Reaktion auf den neuen Atomtest. Video: Reuters

Und in Japan jagt eine Sondersendung die andere. Am Montag stieg in einer Art Endlosschleife alle paar Minuten auf den Fernsehbildschirmen eine nordkoreanische Rakete in den Himmel – schliesslich hatte das Regime in Pyong­yang eine Woche zuvor erst eine solche direkt über die Menschen hier hinweggeschossen. Die Japanisch-Lehrerin Etsuko Inoue erzählt, wie sie an jenem Tag ihr Handy im Morgengrauen mit dem landesweiten «J-Alarm» weckte. «Ich schaltete den Fernseher an, und der warnte, man solle sich in Sicherheit bringen. Ja, wo denn?» Sie sei erschrocken. Andererseits glaube sie nicht, dass die Japaner Grund zu grosser Sorge hätten, sagt sie, als wollte sie sich selbst beruhigen. Höchstens wegen der nordkoreanischen Unfähigkeit. «Könnte ja sein, dass Nordkorea seine Raketen nicht so genau kontrollieren kann und eine auf Japan abstürzt.» Aus Versehen.

Es ist eine alles umfassende Ratlosigkeit, die sich über Japan gelegt hat – auch über die Regierung, die überlegt, wie sie im Notfall etwa 60'000 Japaner aus Südkorea heimholen könnte. Was allen klar ist: Die aktuelle Krise ist die gefährlichste, die er je erlebt hat, sagt der pensionierte Diplomat Hitoshi Tanaka, und ja, er hält auch Trump daran für nicht ganz unschuldig.

Tanaka hatte während der Nordkoreakrise 1994 Notfallszenarien für kriegerische Auseinandersetzungen auf der Halbinsel entworfen und später 88-mal mit Nordkorea verhandelt. Viele Japaner unterstellen jetzt ihrem Premier Abe, er übertreibe die Bedrohung absichtlich: «Weil er den Paragrafen 9 ändern und die Armee ausbauen will. Wie schon sein Grossvater, der sogar Atombomben für Japan wollte.» Paragraf 9 der japanischen Verfassung ist der Friedensparagraf, der Japan bislang jeglichen Krieg verbietet.

Ein Südkorea und ein Japan, die selbst nach der Atombombe greifen? Für China wäre das der Horror. China wird immer als «der letzte Alliierte» Nord­koreas bezeichnet, aber es ist nicht ganz klar, ob Chinas Führung selbst das Wort noch benutzen würde. Schutzmacht, ja, zähneknirschend. China sieht Nordkorea als stabilen Pufferstaat, allein deshalb fliessen noch Öl und Nahrungsmittel aus China ins Nachbarland. Chinas starker Mann Xi Jinping und Nordkoreas Kim Jong-un haben sich nie getroffen. Gerüchte, wonach sie sich verabscheuen, dürften nicht allzuweit von der Wahrheit entfernt liegen. Mit dem Test vom Sonntag dürfte Kim auf der Pekinger Sympathieskala endgültig in den tiefsten Keller gerutscht sein.

China ist empört

Chinas erste Reaktion war befohlene Sprachlosigkeit: Ein Edikt der Zensoren am Sonntag befahl, alle Kommentare in Chinas Netz auf der Stelle zu löschen und auch die Nachricht auf keinen Fall gross zu bringen. «Nicht nur ist China weit davon entfernt, Nordkorea zu kontrollieren», sagt Politikwissenschaftler Cheng Xiaohe von der Renmin-Universität: «Nordkorea provoziert China bewusst.»

Die Eskalation des Konflikts kommt für Xi Jinping zur Unzeit. Für den Oktober steht der Parteikongress an, der wichtigste politische Termin seit fünf Jahren. Die Zündung der Bombe am Sonntag war ein Schlag ins Gesicht für Peking: An dem Tag war China Gastgeber der anderen Brics-Staaten, die Bühne war bereitet für den Auftritt, der Xi Jinping der Welt als den Staatsmann aller Staatsmänner hätte präsentieren sollen. Die Propaganda feierte einen «Dokumentarfilm», der zeigte, wie der geborene Diplomat Xi in aller Welt Probleme löst und Harmonie schafft. Ausgerechnet an dem Tag legt ihm der ungeliebte kleine Bruder in Pyongyang die Bombe aller Bomben unter den Hintern. Und zündet sie.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.09.2017, 19:30 Uhr

Drohung mit «Geschenkpaket»

Nordkorea provoziert die USA weiter, mit Worten und wohl bald auch mit weiteren Atom- oder Raketentests. Bei einer eigentlich dem Thema Abrüstung gewidmeten Konferenz in Genf sagte der nordkoreanische Botschafter Han Tae-song am Dienstag, sein Land habe ein «Geschenkpaket» für die USA geschnürt. Solange die Vereinigten Staaten auf «unverantwortliche Provokationen und nutzlose Versuche setzen», um Druck auf die Volksrepublik Nordkorea auszuüben, würden sie «weitere Geschenksendungen aus meinem Land erhalten», so der Botschafter.

Unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtete eine südkoreanische Zeitung, dass Nordkorea eine Interkontinentalrakete an seine Westküste verlege. Das Geschoss soll am Montag in Bewegung gesetzt worden sein, Beobachter rechnen damit, dass Diktator Kim Jong-un zum Jahrestag der Republikgründung am 9. September oder zum Gründungsjubiläum der kommunistischen Partei einen Tag später einen weiteren Test befehlen wird. Am Sonntag hat das Land nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet.

Um den Druck auf Nordkorea «maximal zu erhöhen», stellte US-Präsident Donald Trump seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae-in bei einem Telefonat ein milliardenschweres Rüstungsabkommen in Aussicht. Nach Aussage der französischen Verteidigungsministerin Florence Parly schreitet die Entwicklung der Technik für neue Trägerraketen in Nordkorea deutlich schneller voran als bisher angenommen – bald könnten diese sogar auf Ziele in Europa gerichtet werden. Der Kontinent riskiere, «zügiger als erwartet in Reichweite von Kim Jong-uns Raketen zu sein», sagte Parly. (TA)

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