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Wer unbequem ist, wird vor laufender Kamera gedemütigt

Chinas neueste Propaganda-Show: Bürger werden an den Pranger gestellt und im Fernsehen als reuige Sünder vorgeführt. Das erinnert an dunkle Zeiten.

«Aus Eitelkeit» habe er die Behörden kritisiert, sagte Starblogger Charles Xue am chinesischen Staats-TV.
«Aus Eitelkeit» habe er die Behörden kritisiert, sagte Starblogger Charles Xue am chinesischen Staats-TV.
Xiao Hu, Keystone

Charles Xue war der Erste – im Sommer 2013. Ihn suchte die Partei sich aus, als sie sich das Internet vorknöpfen wollte, die sozialen Netzwerke, die ihrer Kontrolle entglitten waren. Aus Sicht der Partei war Charles Xue eine gute Wahl: ein prominenter Start-up-Investor, vor allem aber ein liberaler Starblogger mit 12 Millionen Followern, der sich für entführte Kinder engagierte, gegen giftige Lebensmittel protestierte und oft die Untätigkeit der Behörden kritisierte. Zuerst nahmen sie ihn fest, vor laufenden Kameras: Gruppensex mit Prostituierten lautete der Vorwurf. Dann verschwand er in Haft.

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