Zum Hauptinhalt springen

Zehntausende gedenken in Hongkong dem Jahrestag des Tiananmen-Massakers

Zum 21. Jahrestag der blutigen Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung auf dem Tiananmen-Platz in Peking haben am Freitag Tausende in Hong Kong demonstriert.

Fordern mehr Demokratie in China: Demonstranten in Hong Kong.
Fordern mehr Demokratie in China: Demonstranten in Hong Kong.

In Ansprachen wurde das Ende des Einparteiensystems in China gefordert. Die Organisatoren sprachen von 150'000 Teilnehmern. «Wir sind hier, um an die Ereignisse auf dem Tiananmen-Platz zu erinnern, aber auch, um die Demokratie hier zu unterstützen», sagte eine Teilnehmerin.

Auf dem Tiananmen-Platz selbst blieb es am Freitag ruhig, Polizisten in Uniform und in Zivil hielten sich im Hintergrund. Zum 20. Jahrestag des Massakers hatte ein massives Polizeiaufgebot vergangenes Jahr den Platz abgesichert, Journalisten war der Zugang verweigert worden. Auf dem Tiananmen-Platz hatten chinesische Studenten und Menschenrechtler 1989 für mehr Demokratie demonstriert. Die Regierung liess die Kundgebungen am 4. Juni 1989 blutig niederschlagen, dabei kamen hunderte, möglicherweise sogar tausende Menschen ums Leben.

Die USA forderten China auf, seit dem Massaker inhaftierte politische Häftlinge freizulassen. Alle, die damals und in den Folgejahren friedlich demonstriert hätten, müssten freigelassen werden, sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Philip Crowley, in Washington. China müsse ausserdem soweit wie möglich Angaben zu den bei dem Massaker Getöteten, Verhafteten oder Vermissten machen und aufhören, Teilnehmer der Demonstrationen und die Familien der Opfer zu schikanieren.

Führer der chinesischen Demokratiebewegung in Tokio festgenommen

Einer der prominentesten Anführer der chinesischen Demokratiebewegung von 1989, Wu'er Kaixi, ist laut Medienberichten vor der chinesischen Botschaft in Tokio festgenommen worden. Der 42-Jährige sei am Freitag, dem 21. Jahrestag des Tiananmen-Massakers, über den Stahlzaun der Botschaft geklettert, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Wu'er galt in China als die Nummer Zwei der am meistgesuchten Anführer der Studentenproteste. Er floh 1989 nach Taiwan ins Exil.

Zuvor hatte Wu'er Kaixi der Nachrichtenagentur Kyodo gesagt, er wolle nach China zurückkehren und einen Dialog mit der kommunistischen Regierung ersuchen. Er wolle über das Tiananmen-Massaker reden. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1989 war das chinesische Militär auf dem Pekinger Tiananmen-Platz gegen Demonstranten vorgegangen. Dabei wurden vermutlich tausende Anhänger der Demokratiebewegung getötet.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch