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Zu wenig getrauert: Nordkoreanischer Beamter angeblich hingerichtet

Der Armeevizeminister Nordkoreas ist laut Medienberichten erschossen worden. Sein Vergehen: Nach dem Tod Kim Jong-ils soll er sich zu wenig traurig gezeigt haben. Er sei nicht der einzige Beamte, der sterben musste.

Führerkult in einer der bizarrsten Diktaturen: Zur Schau getragene Trauer in der nordkoreanischen Hauptstadt Pyongyang. (28. Dezember 2011) (Bild: AFP/Screenshot des nordkoreanischen Fernsehens)
Führerkult in einer der bizarrsten Diktaturen: Zur Schau getragene Trauer in der nordkoreanischen Hauptstadt Pyongyang. (28. Dezember 2011) (Bild: AFP/Screenshot des nordkoreanischen Fernsehens)

Nordkoreaner, die nach dem Tod des «geliebten Führers» Kim Jong-il zu wenig geweint hatten, wurden vom Regime mit Lagerhaft bestraft: Dies berichteten westliche Medien bereits zu Beginn des Jahres. Laut einem Bericht der deutschen Zeitung «Die Welt» greift sein Sohn und Nachfolger Kim Jong-un nun offenbar zu noch drastischeren Mitteln, um zu wenig Trauer nach dem Tod seines Vaters zu sühnen: Er soll bereits die Exekution mehrerer hochrangiger Kader angeordnet haben, unter anderem Nordkoreas Vizeminister der Armee Kim Chol. Das Blatt bezieht sich im Artikel auf Insider-Informationen des Südkoreaners Yoon Sang-hyun vom Komitee für ausländische Angelegenheiten, Handel und Wiedervereinigung des Parlaments in Seoul.

Offiziell wurde Kim Chol im Januar erschossen, weil er während der 100-tägigen Trauerzeit nach dem Tod von Kim Jong-il Alkohol getrunken habe, wie mehrere westliche Medien mit Verweis auf eine südkoreanische Zeitung berichten. Kim Jong-un habe befohlen, den Minister bis «auf das letzte Haar zu vernichten», schreibt das britische Nachrichtenportal Telegraph.co.uk . Daraufhin sei Kim Chol von einem Hinrichtungskommando erschossen worden.

Vierzehn Kader hingerichtet

Kim Chol war laut den Berichten nur einer von vierzehn weiteren hochrangigen Militärs und Beamten, die seit der Amtsübernahme durch Kim Jong-un hingerichtet wurden. Sie alle wurden entweder wegen Verstosses gegen das Alkoholverbot in der Trauerzeit verurteilt oder weil sie angeblich in Sexskandale verwickelt waren. «Diese Säuberungsaktionen werden weitergehen, solange Kim Jong-un seine Macht zu festigen versucht», sagte ein nordkoreanischer Beamter gegenüber einer südkoreanischen Zeitung. Allerdings sei innerhalb der Elite des Landes nach den Hinrichtungen ein Disput über deren Rechtmässigkeit ausgebrochen, der Kim Jong-uns Stellung ins Wanken bringen könnte.

Die Berichte zu den Exekutionen können nicht mit Sicherheit bestätigt werden. Das US-Magazin «Foreign Policy» stellt beispielsweise infrage, dass Kim Chol überhaupt hingerichtet wurde: Es sei bereits mehrmals über Exekutionen von hochrangigen nordkoreanischen Generälen berichtet worden, die wenig später wieder öffentlich aufgetreten seien.

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