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So stürmten Eliteeinheiten das Bataclan

Sie telefonierten mit den Attentätern, versuchten sie zu stoppen – vergebens. Um 0.20 Uhr kam der Befehl zum Angriff.

Erste Details über den Polizeieinsatz: Am Freitagabend um 22.15 Uhr treffen zwei Eliteeinheiten vor dem Bataclan in Paris ein. (13.11.2015)
Erste Details über den Polizeieinsatz: Am Freitagabend um 22.15 Uhr treffen zwei Eliteeinheiten vor dem Bataclan in Paris ein. (13.11.2015)
Kamil Zihnioglu, Keystone
Nicht zu Verhandlungen bereit: Die Geiselnehmer haben sich auf dem Balkon verschanzt und drohen damit Geiseln zu enthaupten. (13.11.2015)
Nicht zu Verhandlungen bereit: Die Geiselnehmer haben sich auf dem Balkon verschanzt und drohen damit Geiseln zu enthaupten. (13.11.2015)
Yoan Valat, Keystone
Ein Polizist spricht mit einem Augenzeugen vor dem Bataclan. (13.11.2015)
Ein Polizist spricht mit einem Augenzeugen vor dem Bataclan. (13.11.2015)
Yoan Valat, Keystone
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Die Terroristen im Konzertsaal Bataclan telefonierten mehrmals mit den Elitepolizisten. Sie wollten jedoch keine Verhandlungen führen. Sie verlangten, dass die Einheiten den Saal wieder verlassen sollten, sonst würden sie weiterfahren, Geiseln zu töten, berichtet «Le Monde». Die französische Zeitung hat aus Polizei- und Ermittlerkreisen erstmals Details über den Polizeieinsatz erhalten.

Um 21.40 Uhr gelangen die drei Terroristen am Freitagabend durch den Haupteingang ins Konzertlokal Bataclan und erschiessen die Sicherheitsleute, heisst es im Bericht. Von einem Zwischengeschoss aus feuern sie Richtung Bar und Parkett. Die Zuschauer flüchten durch die Seitenausgänge, die Band hinter die Bühne. Mehrere Konzertbesucher verstecken sich in den Toiletten, im Technikraum und in Zwischenböden.

Zwei der Terroristen begeben sich auf den Balkon, einer bleibt im Erdgeschoss. Sie töten willkürlich Geiseln. Ein Polizist dringt in den Saal ein und schiesst auf den Angreifer im Erdgeschoss. Dessen Sprengstoffgürtel explodiert und tötet ihn.

Schüsse haben aufgehört

Um 22.15 Uhr treffen zwei Eliteeinheiten ein. Die Schüsse im Innern des Bataclan haben aufgehört. Die Situation ist chaotisch. Manche glauben, die Angreifer hätten die Flucht ergriffen. Die schwer bewaffneten Polizisten sichern das Erdgeschoss.

Im Saal habe Stille geherrscht. Nur das Klingeln von Handys war zu hören. Angehörige, die versuchen ihre Familienmitglieder oder Freunde zu erreichen. Auf dem Boden liegen Hunderte Körper – Tote, Verletzte und Menschen, die sich tot stellen. Wer laufen kann, wird evakuiert, Verletzte werden geborgen.

Rund 20 Polizisten der Eliteeinheit BRI erklimmen in zwei Kolonnen die beiden Treppen zum Balkon. Sie beginnen Geiseln zu evakuieren, die sich in Nebenräumen, Zwischendecken und Schränken versteckt haben. Noch immer ist kein Schuss gefallen.

Attentäter drohen mit Enthauptungen

Um 23. 15 Uhr trennt nur noch eine Tür die Polizisten von den Angreifern. Eine Diskussion beginnt, die Attentäter geben eine Handynummer raus. Um 23:27 findet ein erstes Telefonat statt. Die Terroristen sind wütend, wollen dass die Polizisten das Lokal verlassen. Sie drohen damit, Geiseln zu enthaupten, vom Balkon zu stürzen und sich in die Luft zu sprengen. Sie sprechen über Syrien. Fünf Telefonanrufe finden statt.

Um 0.20 Uhr gibt der Polizeichef den Angriffsbefehl. Die Terroristen haben sich in einem schmalen Gang verschanzt und benutzen Geiseln als Schutzschild. «Es war zehn Mal so schlimm, wie im ‹Hyper Cacher›», erzählt einer der Polizisten. Im Januar hatte ein Geiselnehmer zwei Tage nach dem Charlie-Hebdo-Anschlag in einem koscheren Supermarkt vier Menschen getötet.

Es kommt zu einem chaotischen Schusswechsel. Die Geiseln flüchten. Einer der Angreifer bricht getroffen zusammen. Sein Sprenggürtel explodiert und tötet beide Attentäter. Nach drei Minuten ist der Angriff beendet.

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