Ghadhafi bittet Obama um Ende der Angriffe – Ölfelder der Rebellen brennen

Der libysche Staatschef hat US-Präsident Barack Obama in einem Brief um ein Ende der Angriffe auf sein Land gebeten. In den vergangenen drei Tagen haben Ghadhafis Truppen Ölfelder der Rebellen bombardiert.

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Muammar al-Ghadhafi hat dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama in einem Brief ein Ende der Angriffe nahe gelegt. Im Schreiben, welches der Nachrichtenagentur AP vorlag, sprach Ghadhafi von einem «ungerechten Krieg gegen ein kleines Volk eines Entwicklungslandes». Aus US-Regierungskreisen verlautete, man halte den dreiseitigen Brief für echt.

Darin erklärte Ghadhafi weiter, die Nato-Luftangriffe hätten seinem Land moralisch stärker geschadet als militärisch. Eine demokratische Gesellschaft könne nicht mithilfe von Raketen und Kampfflugzeugen errichtet werden. Ghadhafi wiederholte ausserdem, seine Gegner seien Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida. Der libysche Machthaber sprach Obama in seinem Brief mit den Worten «unser Sohn» an und erklärte, er wünsche dem US-Präsidenten die Wiederwahl 2012.

Weisses Haus bestätigt

Die USA haben den Empfang eines Briefes bestätigt. «Aber offensichtlich war es nicht der erste», sagte der Sprecher des Weissen Haus, Jay Carney. Die staatliche libysche Nachrichtenagentur Jana hatte zuerst über das Schreiben berichtet. Auch Carney machte keine Angaben zum Inhalt.

Zu Berichten, dass Ghadhafi Obama in dem Brief aufgerufen habe, einen Stopp der von der Nato geführten Luftangriffe in Libyen zu veranlassen, sagte der Sprecher lediglich, die Position des Präsidenten sei klar. Nicht Worte zählten, sondern Taten. Ghadhafi müsse die Gewalt gegen die Bevölkerung beenden und seine Truppen zurückziehen.

Gaddafi-Truppen beschädigen Ölfelder der Rebellen

Drei Tage durchgehender Angriffe durch die Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al-Ghadhafi haben von den Rebellen kontrollierten Ölfeldern schweren Schaden zugefügt. Man könne die Tagesproduktion von 100'000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) Öl in den Ölfeldern von Misla und Sarir nicht mehr aufrechterhalten, sagte ein Sprecher der Gaddafi-Gegner heute ohne genauere Details zu nennen.

Die Zerstörung der Ölfelder trifft die Rebellen hart. Sie haben erst vergangene Woche mit Katar eine Vereinbarung über Öllieferungen getroffen, am Mittwoch verliess der erste Öltanker mit einer Ladung der Rebellen die Stadt Tobruk. Der Tanker unter liberischer Flagge hatte eine Million Barrel Öl geladen und ist der erste Ölexport der Rebellen seit fast drei Wochen. Mit den daraus eingenommenen Geldern wollen sie Löhne bezahlen, sowie Essen, Medikamente und Waffen für den Kampf gegen Ghadhafi finanzieren. (pbe/dapd, sda, AFP)

Erstellt: 06.04.2011, 23:12 Uhr

Jordanien schickt Flugzeuge

Jordanien beteiligt sich an der Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen. Das arabische Land entsandte nach Angaben eines Sprechers des Aussenministeriums vom Mittwoch Kampfflugzeuge. Sie sollen allerdings lediglich zum Schutz jordanischer Hilfsflüge eingesetzt werden. Erste Flugzeuge seien am Montag auf einem europäischen Militärflugplatz eingetroffen. Auf welchem sie stationiert und wie viele Kampfflugzeuge beteiligt sind, sagte der Sprecher nicht.

Unter Berufung auf Aussenminister Nasser Judeh berichteten jordanische Zeitungen heute, dass das Königreich logistische Unterstützung, insbesondere zum Schutz von Hilfsflügen, angeboten habe. Allerdings hätten die Flugzeuge keinen Kampfauftrag, wurde Judeh zitiert. Jordaniens Beitrag diene ausschliesslich der Durchsetzung der von den UN beschlossenen Flugverbotszone. (dapd)

Youtube-Filme zeigen Angriffe der Truppen Ghadhafis. (Quelle: Reuters)

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