Marokkos König setzt Menschenrechtsrat ein

Nach den Protesten in Marokko hat König Mohammed VI. einen neuen Nationalen Menschenrechtsrat ins Leben gerufen. Vorsitzender wird ein bekannter Exil-Marokkaner.

Der Ruf nach mehr Gerechtigkeit: Proteste in der marrokanischen Stadt Casablanca.

Der Ruf nach mehr Gerechtigkeit: Proteste in der marrokanischen Stadt Casablanca. Bild: Keystone

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Das Gremium sei unabhängig und mit grossen Vollmachten ausgestattet, teilte dessen künftiger Generalsekretär Mohammed Sebbar am späten Donnerstag in Rabat mit. Es setzt sich nach seinen Angaben aus Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, Behörden, Parteien sowie aus unabhängigen Experten zusammen. Vorsitzender wird der Menschenrechtsaktivist Driss al-Yazami, der bisher die marokkanischen Gemeinden im Ausland vertritt.

Der 59-Jährige engagierte sich in den 1970er-Jahren für die extreme Linke in Marokko, dann ging er nach Frankreich ins Exil. Unter anderem war Yazami Generalsekretär der Internationalen Föderation der Menschenrechtsligen. Das neue Gremium löst den 1990 gegründeten Konsultativen Menschenrechtsrat ab. Dieser hatte eine rein beratende Rolle. Während der Massenkundgebungen im Februar waren unter anderem auch grössere Fortschritte bei den Menschenrechten gefordert worden.

(jak/AFP)

Erstellt: 04.03.2011, 12:50 Uhr

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