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Bahrain: Keine Spur von 60 Demonstranten

Seit der Niederschlagung der Proteste in der Hauptstadt Manama am Mittwoch werden rund 60 Menschen vermisst. Die Zahl der getöteten Demonstranten steigt weiter an.

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Rund um den Perlenplatz gab es offenbar vier Tote. (16. März 2011)
Rund um den Perlenplatz gab es offenbar vier Tote. (16. März 2011)
Reuters
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Nach der gewaltsamen Auflösung einer Oppositionskundgebung in Bahrain ist ein vierter Demonstrant gestorben. Die Familie des seit dem Polizeieinsatz am Mittwoch vermissten Mannes sei von den Behörden über seinen Tod informiert worden, sagte der Abgeordnete Mattar Mattar der schiitischen Oppositionspartei Wefak.

Seit der Niederschlagung der Proteste in der Hauptstadt Manama am Mittwoch werden rund 60 weitere Menschen vermisst. Die Protestbewegung wird vor allem von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit getragen, die sich durch die sunnitische Herrscherdynastie von König Hamad bin Issa al Chalifa benachteiligt fühlt.

Hilfe aus Kuwait

Kuwait brachte medizinische Hilfe für Bahrain auf den Weg. Der kuwaitische Botschafter in Bahrain, Scheik Assam Mubarak Al Sabah, sagte am Samstag nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KUNA, zu dem Konvoi gehörten 53 Ärzte, 21 Krankenwagen und andere Fahrzeuge. Das Team sollte morgen in Bahrain eintreffen.

Die Streitkräfte Bahrains verhängten nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur BNA an der Nord- und Ostküste der Insel ein nächtliches Fahrverbot für Schiffe aller Art.

Demnach dürfen auf der dem Iran zugewandten Seite des Inselstaats zwischen 17.00 Uhr und 6.00 Uhr Ortszeit keine Handels-, Fischer- oder Sportboote mehr verkehren. Offenbar soll das Fahrverbot eine Infiltration von Kräften aus dem Iran verhindern, der schiitisch dominiert ist.

Solidaritätskundgebungen

In der Stadt Maschhad im Nordosten des Iran kam es am Freitag während einer Solidaritätskundgebung für die Schiiten in Bahrain zu gewaltsamen Ausschreitungen. Rund 700 Menschen griffen das saudiarabische Konsulat in der Stadt an, warfen Scheiben ein und hissten die Flagge Bahrains.

Die Polizei setzte Tränengas ein. Saudiarabien hatte Anfang der Woche Truppen zur Unterstützung der Regierung nach Bahrain entsandt.

Im Süden des Irak demonstrierten am Samstag erneut tausende Schiiten gegen die Unterdrückung der Proteste in Bahrain und die Unterstützung durch Saudiarabien.

In Basra gingen 7000 Menschen, darunter viele Frauen, auf die Strasse und forderten ein «Ende der Gewalt gegen die unbewaffneten Bahrainer», wie ein AFP-Reporter berichtete. Bereits am Freitag war es in vielen irakischen Städten zu Protesten gekommen.

Das US-Aussenministerium äusserte am Freitag seine «tiefe Sorge» über die Verhaftung mehrerer Oppositionsführer in Bahrain. Unter anderem wurde Ibrahim Scherif, ein Führer der Oppositionsgruppe Waad, genannt. Die USA, die in Bahrain einen wichtigen Flottenstützpunkt haben, forderten jedoch nicht die Freilassung der Gefangenen.

(SDA)

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