Zum Hauptinhalt springen

Festnahme und mysteriöser Mord in Riad

In Riad sollen saudische Sicherheitskräfte einen Regierungsgegner erschossen haben. Der Mann hatte zuvor versucht, über das Internet die Bevölkerung zu Protesten zu mobilisieren.

Sorgen für Ordnung in Riad: Sicherheitskräfte eskortieren König Abdullah.
Sorgen für Ordnung in Riad: Sicherheitskräfte eskortieren König Abdullah.
AFP

Die Volksaufstände in mehreren arabischen Ländern gehen auch an Saudiarabien, dem wichtigsten Öl-Exporteur der Welt, nicht spurlos vorbei. Am Mittwoch machte in saudischen Aktivisten-Kreisen das Gerücht die Runde, einer der zwei Administratoren einer Facebook-Seite von Regierungsgegnern sei von Angehörigen der Sicherheitskräfte in Riad erschossen worden.

Von offizieller Seite wurde dies ebenso wenig bestätigt wie die Festnahme eines schiitischen Geistlichen im Osten von Saudiarabien am vergangenen Sonntag. Scheich Tawfik al-Amir, der in Ahsa predigte, soll in der Moschee dazu aufgerufen haben, Saudiarabien in eine konstitutionelle Monarchie umzuwandeln.

Aufrufe zu Demonstrationen gegen Korruption

Im sozialen Netzwerk Facebook, das von jungen Saudis stark genutzt wird, gibt es derzeit zwei Aufrufe zu Demonstrationen gegen Korruption und für eine stärkere Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungsprozessen. Die Demonstrationen sollen am 11. und 20. März stattfinden.

Den Namen des Getöteten, der den Angaben zufolge in seinem Haus umgebracht wurde, gaben die Aktivisten mit Faisal Ahmed Abdul Ahad an. Sie erklärten unter Berufung auf den zweiten Administrator der Seite, der seinen Namen angeblich aus Sicherheitsgründen nicht nennen wollte, Ahad sei am Dienstagabend in seinem Haus in Riad von einem Kommando erschossen worden. Die Angreifer hätten seine Leiche mitgenommen.

Kritik von Human Rights Watch

Salih al-Chaslan, der Sprecher der Nationalen Menschenrechtsgesellschaft von Saudiarabien, sagte auf Anfrage, er wisse weder etwas von der Festnahme des Geistlichen noch von dem Tod des Mannes aus Riad. «Bei uns sind keine Beschwerden diesbezüglich eingegangen», sagte der Sprecher der staatlichen Gesellschaft.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte am vergangenen Montag eine Erklärung zur Festnahme von Scheich Al-Amir veröffentlicht. Darin hiess es: «Die saudische Regierung sollte den Forderungen ihrer Bürger Gehör schenken, anstatt zu versuchen, sie mundtot zu machen.»

SDA/miw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch