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Gewalt in Bahrain irritiert den Westen

Das brutale Vorgehen gegen vorwiegend schiitische Demonstranten in Bahrain stösst international auf deutliche Kritik. Der Iran hat seinen Botschafter aus Manama abgezogen.

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Rund um den Perlenplatz gab es offenbar vier Tote. (16. März 2011)
Rund um den Perlenplatz gab es offenbar vier Tote. (16. März 2011)
Reuters
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Die Europäische Union und die Nato fordern die Regierung des Golfstaats auf, auf Gewalt zu verzichten und die Krise im Dialog beizulegen. Die «Menschenrechte und die fundamentalen Freiheiten des bahrainischen Volkes» müssten geachtet werden, forderte die aussenpolitische Vertreterin der EU, Catherine Ashton. Der Iran rief seinen Botschafter aus dem Golfstaat zurück.

Ashton rief den bahrainischen Aussenminister Al Khalifa in einem Telefonat direkt zum Ende der Gewalt auf. «Die Gewalt muss jetzt durch Dialog ersetzt werden», erklärte Ashton. Die EU sei tief besorgt über die Situation, und sie habe in ihrem Gespräch betont, dass die Regierung den politischen Prozess einleiten müsse. Sie müsse mit konkreten Schritten auf die legitimen Forderungen und Wünsche der Bahraines reagieren. Ashton forderte die Regierung in Bahrain ausserdem auf, das grösste Krankenhaus in der Hauptstadt Manama nicht länger zu blockieren.

Iran ruft Botschafter zurück

Das staatliche iranische Fernsehen berichtete, Botschafter Mahdi Aghadschafari sei zu Konsultationen zurück nach Teheran gerufen worden. Der Iran hatte sich mit Äusserungen zu den Protesten der Schiiten in Bahrain lange zurückgehalten, die Entsendung einer von Saudiarabien angeführten Truppe der Golfstaaten zur Stützung der sunnitischen Monarchie dann aber entschieden verurteilt.

Im Irak und auch in der Türkei demonstrierten Menschen gegen den Einsatz der ausländischen Truppen in Bahrain. In der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela hätten rund 3000 Schiiten gegen die saudischen Truppen in Bahrain demonstriert, erklärten die irakischen Behörden. Noch grössere Demonstrationen seien für (den morgigen) Freitag geplant. In Ankara demonstrierten einige Dutzend Menschen vor der saudiarabischen Botschaft.

Clinton: Entsendung von Truppen «falscher Weg»

Die Entsendung fremder Truppen nach Bahrain sei der «falsche Weg», kritisierte auch US-Aussenministerin Hillary Rodham Clinton. In Bahrain liegt auch das Kommando der 5. US-Flotte.

Die Behörden in Bahrain liessen nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation am Donnerstag sieben Vertreter der schiitischen Opposition festnehmen. Unter den Festgenommenen seien auch zwei Männer, die zu einer Gruppe von 25 schiitischen Aktivisten gehörten, die wegen angeblicher Umsturzpläne gegen das sunnitische Herrscherhaus vor Gericht standen. Die Vorwürfe seien damals fallen gelassen worden.

Geschäfte in Manama bleiben geschlossen

In der Hauptstadt Manama blieben am Mittwoch viele Geschäfte geschlossen, nachdem tags zuvor der zentrale Perlenplatz gewaltsam geräumt worden war. Mindestens fünf Menschen wurden dabei getötet. Die Polizei ging am Donnerstag wieder mit Tränengas gegen Demonstranten in einem Vorort von Manama vor.

Auch die Filialen internationaler Banken nahmen ihre Geschäfte nur zum Teil wieder auf. Das Bankhaus HSBC berichtete, nur eine, in einem Nobelviertel der Stadt gelegenen Niederlassungen habe am Donnerstag wieder den Betrieb aufgenommen. Standard Chartered hat nach eigenen Angaben zwei seiner sieben Filialen wieder eröffnet. Das Personal sei in Sicherheit und die Situation werde genau beobachtete, teilte die beiden Bankhäuser mit.

Grossbritannien forderte seine Bürger in Bahrain auf, das Königreich nach Möglichkeit zu verlassen. Dafür sollten Charterflüge nach Dubai arrangiert werden.

(SDA)

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