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Ghadhafis erster TV-Auftritt nach dem Tod seines Sohnes

Der libysche Machthaber hat sich gestern Abend erstmals seit Tagen wieder im Fernsehen gezeigt. In der Nacht flog die Nato derweil schwere Angriffe auf Tripolis. Sie sollen einem Anwesen Ghadhafis gegolten haben.

Die ausgestrahlten Bilder zeigten einen offenbar gesunden Muammar al-Ghadhafi vor einem Bildschirm, auf dem eine Talkshow lief und das Datum vom Mittwoch eingeblendet war. Das gesendete Ghadhafi-Material selbst war mit keiner Datumsangabe versehen. Ein Moderator sagte, es handle sich um Aufnahmen vom Mittwoch. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war nicht möglich.

Ghadhafi war seit Wochen nicht mehr im libyschen Fernsehen aufgetaucht und hatte damit für Gerüchte gesorgt, es sei bei einem Luftangriff der Nato auf sein Anwesen verletzt worden.

«Das sind die Repräsentanten der Stämme»

Die gestern gesendeten Bilder zeigten Ghadhafi nach Angaben des TV-Moderators mit mehreren Stammesfürsten. «Wir sagen der Welt: Das hier sind die Repräsentanten der libyschen Stämme», sagte Ghadhafi und deutete dabei auf seine Gäste.

Er trug wie üblich eine braune Robe, Hut und Sonnenbrille und sass in einem Sessel. Reuters-Journalisten, die in demselben Hotel untergebracht sind, sagten, einige Räume seien während des Tages wegen einer Veranstaltung abgesperrt gewesen. Sie hätten Ghadhafi aber nicht gesehen. Normalerweise inszeniert dieser mit grossem Gefolge seine öffentlichen Auftritte.

Schwere Luftangriffe auf Tripolis

Kampfflugzeuge der Nato haben in der Nacht auf heute mindestens vier Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis geflogen. Die Angriffe hätten einem Anwesen von Machthaber Muammar al-Ghadhafi gegolten, berichtete das staatliche Fernsehen.

Welche Gebäude getroffen wurden, war zunächst unklar. Kurz nach dem Einschlag der letzten Rakete waren Sirenen von Ambulanzen zu hören. Über dem Anwesen Bab al-Asasija stiegen Rauchsäulen auf.

Im nahegelegenen Chadra-Krankenhaus wurden zwei Männer eingeliefert, die nach Angaben von Rettungskräften bei dem Luftangriff getötet worden waren. Die Sanitäter erklärten, bei dem Angriff auf das Ghadhafi-Anwesen seien noch weitere Menschen ums Leben gekommen.

Seit Ende März hätten Kampfflugzeuge des Militärbündnisses mehr als 2400 Luftangriffe auf Libyen geflogen, teilte die Nato mit.

SDA/pbe

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