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Italien schickt Hunderte Tunesier zurück

Innerhalb von zwei Wochen sind 20'000 Nordafrikaner nach Italien eingereist. Die italienische Regierung sagt nun, die «akuteste Phase der Krise» sei vorbei.

Nach einem Abkommen mit Tunesien schiebt Italien Migranten ab: Polizisten auf Lampedusa bringen einen Tunesier zum Flugzeug.
Nach einem Abkommen mit Tunesien schiebt Italien Migranten ab: Polizisten auf Lampedusa bringen einen Tunesier zum Flugzeug.

Italien hat in den letzten Tagen aufgrund eines Migrationsabkommens mit Tunesien circa 330 tunesische Migranten abgeschoben. Dies berichtete der italienische Innenminister Roberto Maroni heute. Der Flüchtlingsnotstand in Italien sei nicht beendet, das Land habe jedoch die akuteste Phase der Krise überwunden.

«Die akuteste Phase der Krise, als in zweieinhalb Wochen 20'000 Migranten in Italien eingetroffen sind, ist zu Ende. Der Notstand ist jedoch nicht bewältigt, solange in Libyen Krieg herrscht und Tunesien keine effizientere Regierung hat», betonte der Minister.

Italien habe in verschiedenen Regionen Zeltstädte für Migranten aufgebaut, erklärte der Minister. Er kritisierte erneut die EU, die seiner Ansicht nach Italien im Umgang mit der Flüchtlingskrise nicht unterstützt habe. «Das Europa der Solidarität gibt es leider noch nicht», kommentierte Maroni.

Schlange an der Grenze zu Frankreich

Italien hat am Samstag mit der Verteilung von befristeten Aufenthaltsgenehmigungen an die 20'000 Tunesier begonnen, die in den vergangenen Wochen im Land eingetroffen sind. Schlangen bildeten sich am frühen Samstag vor der Polizeizentrale am italienisch-französischen Grenzübergang von Ventimiglia, wo seit Tagen Hunderte Migranten auf das Visum warten, um nach Frankreich weiterreisen zu können.

Mit der provisorischen Aufenthaltsgenehmigung können die Migranten im Schengen-Raum frei reisen. Sie können damit Verwandte in anderen europäischen Ländern – auch in der Schweiz – erreichen. Diese Massnahme Italiens hatte für heftige Proteste anderer Schengen-Länder gesorgt.

SDA/oku

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