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«Jede Bombe stärkt Ghadhafi politisch»

Nordafrika-Kenner Luis Martinez kritisiert die internationale Militäroperation als ziellos. Ghadhafi räumt er grosse politische Überlebenschancen ein. Er sei nicht so isoliert, wie es scheint.

Oliver Meiler
Ghadhafi bei seiner Rede am Dienstag: «Mir schien, als sei er ganz der Alte», sagt Maghreb-Experte Luis Martinez.
Ghadhafi bei seiner Rede am Dienstag: «Mir schien, als sei er ganz der Alte», sagt Maghreb-Experte Luis Martinez.
Keystone

Welchen Eindruck hat Muammar al-Ghadhafi bei seinem jüngsten öffentlichen Auftritt am Dienstagabend auf Sie gemacht, dem ersten seit Beginn der Militärintervention?

Ich bin zwar kein Psychologe, doch mir schien, als sei er ganz der Alte. Er trat auf, umgeben von seinen Anhängern – auf dem Platz sieht man immer dieselben Leute –, und wollte allen mal wieder beweisen, dass er sich nicht in einen Bunker verkriecht, dass er unerschrocken ist, dass er siegen kann. Und so unglaubwürdig ist er in dieser Pose gar nicht. Er hat ja immerhin 42 Jahre Erfahrung darin, wie man im ständigen Konflikt mit der internationalen Gemeinschaft lebt und überlebt. Er ist es gewohnt, Probleme mit der Welt zu haben. Er wurde schon bombardiert in der Vergangenheit, mit internationalen Sanktionen belegt, jahrzehntelang kritisiert.

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