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Nato-Flugzeuge bombardieren libysche Munitionsdepots

Die Alliierten haben Waffenlager der libyschen Regierung angegriffen. US-Aussenministerin Hillary Clinton berichtet von Gräueltaten der Ghadhafi-Truppen in Misrata. Die USA fliegen weitere Einsätze in Libyen.

Flugzeuge der Nato haben ihre Angriffe auf Stellungen von Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Ghadhafi fortgesetzt. Nach Angaben einer Nato-Sprecherin in Brüssel nahmen Kampfjets gestern Abend Munitionslager im Westen Libyens ins Visier.

Der Luftangriff galt den Angaben zufolge Bunkern mit Munition etwa 13 Kilometer südöstlich der Stadt Al-Asisija etwa 50 Kilometer von der libyschen Hauptstadt Tripolis entfernt.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP aus Tripolis von zwei lauten Explosionen berichtet, die in mehreren Vierteln der Hauptstadt zu hören gewesen seien. Woher die Explosionen stammten, war zunächst nicht klar.

Libysche Regierung übt Kritik an Katar

Die libysche Regierung warf Katar vor, es habe die Rebellen mit Panzerabwehrraketen beliefert. Vize-Aussenminister Chaled Kaim sagte am Mittwochabend, Katar habe den Aufständischen in der östlichen Stadt Benghazi französische Milan-Raketen zur Verfügung gestellt. Zudem trainierten katarische Experten vor Ort die Rebellen in der rund 1000 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt.

Brutale Attacken gegen Zivilisten

US-Aussenministerin Hillary Clinton verurteilte ihrerseits die fortdauernden Angriffe der Ghadhafi-Truppen auf Zivilisten. Die «brutalen Attacken» verstiessen gegen die Uno-Resolution 1973, die ein Ende solcher Angriffe auf Zivilisten fordere, erklärte sie.

Washington habe «verstörende» Berichte erhalten, wonach Ghadhafis Truppen Wohngebiete in der Stadt Misrata mit Mörsergranaten angriffen und die Wasser- und Stromversorgung gekappt hätten. Zivilisten auf der Suche nach medizinischer Hilfe würden von Scharfschützen beschossen.

Angeblich hätten Ghadhafis Soldaten auch ein wichtiges Lebensmittellager zerstört, sagte Clinton. Sie traf am frühen Donnerstagmorgen in Berlin ein, wo sich die Nato-Aussenminister zu Beratungen über das Vorgehen in Libyen treffen werden.

Härtere Gangart gefordert

Angesichts andauernder Kämpfe in Libyen wird innerhalb des Militärbündnisses eine härtere Gangart gegen Ghadhafi gefordert. Frankreich und Grossbritannien fordern, die Militäreinsätze des Bündnisses zu verstärken. Alle vorhandenen militärischen Mittel müssten zur Verfügung gestellt werden, hiess es am Mittwochabend nach einem Treffen zwischen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und dem britischen Premier David Cameron.

Die Libyen-Kontaktgruppe hatte bei einem Treffen in Doha zuvor auf einem Rückzug Ghadhafis beharrt. Zudem zeigten sich die mehr als 15 Delegationen überzeugt, dass nur eine politische Lösung die Zukunft des nordafrikanischen Landes sichern könne, und sicherten den Aufständischen in Libyen finanzielle Hilfen zu.

Pentagon will weitere Einsätze fliegen

Das Pentagon teilte erstmals mit, US-Kampfflugzeuge hätten auch nach der Übergabe der Mission an die Nato in der vergangenen Woche weiter Ziele in Libyen angegriffen. In den vergangenen zehn Tagen hätten die Amerikaner 35 Prozent aller Einsätze geflogen.

Washington hatte wiederholt erklärt, dass die US-Streitkräfte bei den Angriffen lediglich noch eine unterstützende Funktion ausüben wollten, nachdem sie zu Beginn des Einsatzes zunächst die Führungsrolle übernommen hatten. Zuletzt hatten libysche Aufständische über die Zurückhaltung der Amerikaner geklagt, weil sie Ghadhafis Truppen Geländegewinne ermögliche.

SDA/miw

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