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Zerbrechliche Freiheit

Die tunesische Übergangsregierung greift hart durch gegen ihre Kritiker. Das nährt die Angst vor der Rückkehr alter Dämonen. Ist der Übergang zur Demokratie in Gefahr?

Die tunesische Revolution erlebt ihre schwierigste Phase: Junge Demonstranten werfen am 8. Mai im Zentrum von Tunis Steine gegen die Polizei.
Die tunesische Revolution erlebt ihre schwierigste Phase: Junge Demonstranten werfen am 8. Mai im Zentrum von Tunis Steine gegen die Polizei.
Reuters

In der stolzen Wiege des arabischen Aufbruchs brodelt und rumort es. Nach einer Serie von Protestkundgebungen und Plünderungen haben die tunesischen Sicherheitskräfte in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben 197 Personen festgenommen. Gewaltstifter, nennt sie die Übergangsregierung. Und sie meint damit nicht nur die Vandalen, die trotz der kürzlich verhängten nächtlichen Ausgangssperre durch die Banlieues von Tunis ziehen, sondern auch die Demonstranten – und die Journalisten, die den Protest dokumentieren wollen. Die Anspannung in Tunis ist entsprechend gross, die Ernüchterung auch. Auf dem Spiel steht die Vollendung einer tunesischen Revolution, die fast genau vier Monate nach dem Sturz von Langzeitherrscher Zine al-Abidine Ben Ali ihre bisher schwierigste Phase erlebt.

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