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Tsunami erreicht Geschwindigkeit von bis zu 800 km/h

Ereignet sich am Meeresgrund ein Erdbeben, werden enorme Kräfte freigesetzt und es kann zu einer verheerenden Kettenreaktion kommen. Nicht zum ersten Mal, dass ein Beben in Japan eine Katastrophe auslöst.

Enorme Gewalt: Wie ein Tsunami entsteht und wie er sich entwickelt.
Enorme Gewalt: Wie ein Tsunami entsteht und wie er sich entwickelt.

Die Japanischen Inseln liegen auf dem sogenannten «Pazifischen Feuerring», eine der seismisch aktivsten Erdregionen. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschliesst, stossen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander.

Diese sind ständig in Bewegung, weshalb Erdstösse in Japan keine Seltenheit sind. Der Grossraum Tokio, mit seinen mehr als 30 Millionen Einwohnern die am dichtest besiedelte urbane Region der Welt, gilt als besonders gefährdet.

Warten auf den «Big One»

Mitte 2005 wurde Tokio von einem ähnlich schweren Erdbeben erschüttert. Damals hatte das Beben eine Stärke von 6,0. Es gab nur wenige Verletzte und keine grösseren Sachschäden. Das Beben galt als das stärkste seit 13 Jahren.

Japanische Wissenschaftler rechnen damit, dass die Region Tokio in den kommenden 30 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent von einem besonders starken Beben, einem sogenannten «Big One», heimgesucht wird. Dieses scheint nun eingetroffen zu sein.

140'000 Tote

Ein Beben der Stärke 7,9 hatte die japanische Hauptstadt zuletzt 1923 erschüttert: Damals kamen mehr als 140'000 Menschen ums Leben. 1995 starben beim Erdbeben von Kobe in Japan mehr als 6400 Menschen. Die japanische Bevölkerung bereitet sich durch regelmässige Übungen auf Erdbeben vor, beim Bau von Gebäuden gelten strenge Vorschriften.

Chronologie: Die stärksten Beben Japans

  • 11. März 2011: Ein Erdbeben mit einer Stärke von mindestens 8,8 vor der Pazifikküste Japans und ein anschliessender Tsunami reissen viele Menschen in den Tod und richten grosse Zerstörungen an.
  • 14. Juni 2008: Rund 100 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt kommen bei einem Beben der Stärke 6,9 mindestens zwölf Menschen ums Leben. Mehr als 300 werden verletzt, fast 400 Gebäude beschädigt.
  • 16. Juli 2007: Ein Erdbeben der Stärke 6,6 reisst in den Provinzen Niigata und Nagano neun Menschen in den Tod und verursacht ein Leck in einem Atomkraftwerk. Radioaktiv verseuchtes Wasser fliesst ins Meer.
  • 23. Oktober 2004: Bei Erdstössen der Stärke 6,8 sterben in der Provinz Niigata 39 Menschen. In vielen Orten gibt es gewaltige Erdrutsche.
  • 26. September 2003: Bei zwei Beben der Stärken 8,0 und 7,0 im Abstand von nur einer Stunde werden in einem dünn besiedelten Teil der Insel Hokkaido fast 800 Menschen verletzt. Niemand wird getötet.
  • 17. Januar 1995: Auf der Insel Honshu kommen bei einem Beben der Stärke 7,2 über 6400 Menschen ums Leben. Besonders betroffen ist die Stadt Kobe. Der Sachschaden beträgt bis zu 100 Milliarden Dollar.
  • 12. Juli 1993: Erdstösse der Stärke 7,7 mit anschliessendem Tsunami verwüsten Teile Hokkaidos und der Ferieninsel Okushiri. Bis zu 250 Menschen sterben.
  • 26. Mai 1983: Auf Honshu kommen bei einem Beben der Stärke 7,7 und in späteren Flutwellen 104 Menschen ums Leben.
  • 28. Juni 1948: Erdstösse der Stärke 7,3 erschüttern die Provinz Fukui. Es gibt mehr als 5000 Tote.
  • 21. Dezember 1946: Honshu ist von einem Erdbeben der Stärke 8,4 betroffen. Bis zu 2000 Menschen sterben.
  • 10. September 1943: In der Provinz Tottori kommen 1083 Menschen bei einem Beben der Stärke 7,2 ums Leben.
  • 3. März 1933: Nach einem Erdbeben überrollt eine Flutwelle den Nordosten Honshus und zerstört die Stadt Sanriku. In den Wassermassen sterben mehr als 3000 Menschen.
  • 1. September 1923: Ein Beben der Stärke 7,9 legt Tokio und weite Teile Yokohamas in Schutt und Asche. Mehr als 143'000 Menschen werden getötet.

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