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Die Demokraten schreiben Geschichte

Die Demokratische Partei der USA hat Barack Obama zu ihrem Präsidentschaftskandidaten bestimmt.

Sie lassen sich am Parteitag der Demokraten feiern: Joe Biden und Barack Obama.

Mit der Nominierung von Barack Obama zum Präsidentschaftskandidaten haben die US-Demokraten Geschichte geschrieben. Die Delegierten bestimmten den 47-jährigen Senator zum ersten schwarzen Kandidaten einer grossen Partei für das Weisse Haus.

Obamas Nominierung am Mittwoch (Ortszeit) beim Parteitag in Denver erfolgte in einer spannenden Parteitagssitzung. Zunächst hatten Vertreter der US-Bundesstaaten begonnen, in alphabetischer Reihenfolge die Stimmpräferenzen ihrer Delegation für Obama und für Clinton zu verkünden, die ebenfalls zur Wahl stand.

Nominierung per Akklamation

Als Obamas Vorwahlgegnerin Hillary Clinton als Vertreterin des Staates New York an der Reihe war, schlug sie den Abbruch des Wahlvorgangs und Obamas Nominierung per Akklamation zu. Damit solle ein Zeichen der Einigkeit gesetzt werden, sagte sie bei einem kurzen Auftritt. Unter dem Jubel der Delegierten wurde ihr Vorschlag umgehend umgesetzt.

«Mit grossem Stolz gebe ich bekannt, dass Barack Obama der Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten ist», sagte Parlamentschefin Nancy Pelosi, die als Tagungspräsidentin fungierte. «Man hat mich gebeten, Euch zu informieren, dass Senator Obama die Nominierung annimmt.»

Obama-Vize Biden attackiert Bush

Wenig später wurde auch der Bewerber für die Vizepräsidentschaft, Joe Bidon, per Akklamation nominiert. In seiner Rede warf Biden US-Präsident George W. Bush und den Republikanern eine «katastrophale Aussenpolitik» vor.

In Afghanistan würden sich die Talibankämpfer reorganisieren, zudem seien die USA aussenpolitisch völlig isoliert. Obama habe etwa bei seiner Position zum Thema Irak und Afghanistan aussenpolitische Kompetenz bewiesen.

Schwere Vorwürfe richtete er auch an die Wirtschaftspolitik der Republikaner, die etwa durch Steuergeschenke an die Reichen und die Ölindustrie gekennzeichnet sei. Ein Präsident McCain würde lediglich die Politik der Regierung Bush fortsetzen. Das Land brauche dringend einen Wechsel und Obama sei der richtige Mann dafür.

Bill Clintons Unterstützung

Auch der dritte Tag der Veranstaltung stand im Zeichen der Geschlossenheit der Partei. In einer leidenschaftlichen Rede hatte zuvor der frühere US-Präsident Bill Clinton jeden Zweifel an der Eignung Obamas zurückgewiesen.

«Barack Obama ist bereit, Amerika zu führen und Amerikas Führung in der Welt wiederherzustellen», sagte Clinton. Obama sei bereit, Präsident der Vereinigten Staaten zu sein. Er kündigte an, gemeinsam mit seiner in den Vorwahlen unterlegenen Frau Hillary für Obamas Wahlsieg zu kämpfen.

Spannungen verschwunden

Die Rede des früheren Präsidenten war mit besonderer Spannung erwartet worden. Während des Vorwahlkampfs hatte er Obama immer wieder die notwendige Erfahrung für das Präsidentenamt abgesprochen.

In US-Medien war bis zuletzt von andauernden Vorbehalten Clintons gegen Obamas Kandidatur die Rede. Mit seiner von den demokratischen Abgeordneten frenetisch aufgenommenen Rede wollte er diese Zweifel offensichtlich aus dem Weg räumen.

Obama wird bei der Wahl am 4. November gegen den Republikaner John McCain antreten.

SDA/vin

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