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15 Euro Monatsmiete und keine Arbeitslosigkeit

In Südspanien lebt ein kleines Dorf nach sozialistischen Prinzipien. Die Lebenshaltungskosten sind tief – aber es gibt auch Nachteile.

Gleicher Lohn für alle: Das Dorf Marinaleda lebt nach sozialistischen Prinzipien. (Symbolbild)
Gleicher Lohn für alle: Das Dorf Marinaleda lebt nach sozialistischen Prinzipien. (Symbolbild)
Nandor Veres/EPA, Ex-Press
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Wenn man Glück hat, kriegt man in der Stadt Zürich eine 1-Zimmer-Wohnung für 1500 Franken – selbst bei diesem Preis muss man von einem Schnäppchen sprechen. Die Mietpreise in den Schweizer Städten explodieren und auch die Lebenshaltungskosten gehören zu den höchsten der Welt.

In einem kleinen Dorf in Südspanien bezahlen die Einwohner gerade mal 15 Euro für ein Dach über dem Kopf. In Marinaleda findet seit den 70er-Jahren ein sozialistisches Experiment statt, wie «Focus online» schreibt. Damals konnten die Einwohner mittels Hungerstreik den Grossgrundbesitzern das Land abringen.

Null Prozent Arbeitslosigkeit

Die 3000 Einwohner teilen sich die gemeinsame Arbeit auf den Feldern und verwalten sie kollektiv. 50 Euro pro Tag gibt es für einen Arbeitstag: Jeder Bürger erhält den genau gleichen Lohn für die Arbeit. Weil in Marinaleda alle mitarbeiten, liegt die Arbeitslosigkeit offiziell bei null Prozent.

Ohne einen Zustupf geht es aber nicht: Die Stadtverwaltung stellt das nötige Material für den Häuserbau zur Verfügung, den die Bewohner selbst erledigen. Finanziert wird das Ganze über Subventionen. Lediglich 15 Euro monatlich müssen die Bürger von Marinaleda an die Materialkosten für den Häuserbau zahlen.

Nur knapp über der Armutsgrenze

Es ist aber nicht alles nur Sonnenschein in Marinaleda: Das Einkommen der Bürger liegt nur knapp oberhalb der Armutsgrenze und ist stark abhängig von der Nachfrage. Gibt es keine Arbeit, gibt es auch keinen Lohn.

Auch die Schulbildung in Marinaleda lässt zu wünschen übrig. Der Fokus der Ausbildung liegt in der Dorfschule auf dem Gartenbau. Platz für schulische und berufliche Entwicklungschancen gibt es im Dorf nicht. Zudem fehlt es an festen Arbeitsverträgen und an einer Altersvorsorge.

Die Bewohner scheinen aber zufrieden zu sein mit ihrem Lebensstandard. Die Einwohnerzahl in Marinaleda ist seit den 70er-Jahren sogar leicht gestiegen.

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