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3,4 Milliarden: Ghadhafis «grosse menschliche Geste»

Libyen will Angehörige von Opfern entschädigen, die von der IRA getötet oder verletzt wurden. Ghadhafis Regime hatte in den Achtzigerjahren Plastiksprengstoff an die nordirische Untergrundorganisation geliefert.

Brutaler Anschlag mit Hilfe aus Tripolis: IRA-Bombenattentat im Städtchen Omagh im Jahr 1998. Es gab 20 Tote.
Brutaler Anschlag mit Hilfe aus Tripolis: IRA-Bombenattentat im Städtchen Omagh im Jahr 1998. Es gab 20 Tote.
Reuters

Libyens Revolutionsführer Ghadhafi hat sich laut Berichten britischer Medien bereit erklärt, Angehörigen der Opfer des IRA-Terrorismus eine Entschädigung von 2 Milliarden Pfund (umgerechnet 3,4 Milliarden Franken) zu bezahlen. Libyen hatte während der Achtzigerjahre den nordirischen Aktivisten den Plastiksprengstoff Semtex zukommen lassen.

Eine libysche Quelle, die beim Abkommen dabei war, sagte gegenüber der Times Online: «Ghadhafi kann damit eine grosse menschliche Geste zeigen, die die rechtlichen Probleme beenden wird und den Aufbau der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Libyen ermöglichen wird.»

Direktzahlungen an die Angehörigen

Rund 800 Millionen Pfund werden direkt Familien an die Opfer überwiesen. Vorrang haben die 147 Familien, von denen Angehörige bei Attentaten ums Leben kamen, bei denen der libysche Sprengstoff verwendet wurde. Auch mit Grossbritannien soll ein historisches Abkommen geschlossen werden. Ghadhafi sieht die Zahlungen offiziell als eine Geste des guten Willens und nicht als eine Schuldanerkennung, heisst es in der Times Online.

Das vom Ghadhafi-Regime gelieferte Semtex wurde bei mindestens zehn IRA-Attentaten verwendet. So auch Anschlag von Omagh, bei dem 29 Menschen starben und 220 Personen verletzt wurden. Semtex wurde auch beim Attentat auf den Pan Am Flug 103 von Lockerbie verwendet, dem 270 Menschen zum Opfer fielen. In diesem Zusammenhang hatte Libyen bereits über 5 Milllionen Pfund pro Familie bezahlt.

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