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550 Millionen von Papandreou auf Genfer Konto?

Am Wochenende wurden brisante Details zur sogenannten Lagarde-Liste bekannt. Nutzniesserin des umfangreichsten Kontos soll Margaret Papandreou sein, die Mutter des ehemaligen Premierministers.

Unter Beschuss: Der ehemalige griechische Premierminister Giorgos Papandreou wies alle Anschuldigungen von sich.
Unter Beschuss: Der ehemalige griechische Premierminister Giorgos Papandreou wies alle Anschuldigungen von sich.

Der Skandal um die sogenannte Lagarde-Liste mit den Kontodaten von über 2000 griechischen Kunden der Genfer Privatbank HSBC erhielt am Wochenende einen neuen Dreh. Zwei Athener Zeitungen meldeten am Sonntag, Margaret Papandreou, die 89-jährige Mutter, des ehemaligen griechischen Premierministers Giorgos Papandreou sei Nutzniesserin eines der HSBC-Schwarzgeldkonten im Umfang von 550 Millionen Euro. Das schrieb die «Financial Times» (Artikel nur im Bezahlbereich verfügbar) am Sonntag in ihrer Online-Ausgabe.

Racheakt

Zwei Mitglieder der Finanzaufsichtsbehörde hätten den Namen Papandreou bei einer Befragung durch die Steuerfahndung ins Spiel gebracht, hiess es in der betreffenden Meldung. Die Anschuldigung an die Adresse von Margaret Papandreou sei Teil eines Berichts, den die Steuerfahndung vergangene Woche griechischen Politikern vorgelegt hätte. Das schrieben zwei griechische Wochenzeitungen unter Berufung auf Nikos Lekkas, den Stellvertretenden Direktor der Finanzaufsicht. Das fragliche Konto habe auf den Namen einer gewissen Maria Panteli gelautet, einer nicht näher bezeichneten Kauffrau. Wie genau Margaret Papandreou mit der betreffenden Person verbandelt ist, darüber machte Lekkas keine näheren Angaben.

Papandreous Familie reagierte sofort auf die Berichte und wies jegliche Anschuldigungen von sich. Margaret Papandreou, ehemalige Vorsteherin einer feministischen Linksgruppierung, bezeichnete die Anschuldigungen als Lügen. Ihre Familie würde angegriffen, weil sie sich immer geweigert hätte, bestimmten Interessengruppen zu helfen. Ex-Premierminister Giorgos Papandreou sprach von «unbestätigten Gerüchten ohne entsprechende Belege» und von einem Racheakt.

Echtheit nicht bestätigt

Die sogenannte Lagarde-Liste, benannt nach der Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde, war Griechenland 2010 von den französischen Behörden ausgehändigt worden. Lagarde war damals französische Finanzministerin. Die Liste gehörte zu den Dokumenten, die ein Mitarbeiter der Bank HSBC in Genf entwendet hatte. Die Liste, auf der einige bekannte Persönlichkeiten stehen, hatte in Griechenland während Wochen für Spekulationen gesorgt. Das Magazin «Hot Doc» teilte mit, die Liste sei dem Magazin anonym zugesandt worden. Die griechischen Behörden bestätigten deren Echtheit nicht.

Die Schweiz und Griechenland verhandeln derzeit über ein Steuerabkommen nach dem Muster der Abkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich. Mit dem Steuerabkommen sollen auf Schweizer Bankkonten liegende Vermögen von Griechen besteuert werden. Eine Abgeltungssteuer soll gewährleisten, dass Griechenland die ihm zustehenden Steuergelder erhält, ohne dass die griechischen Bankkunden die Anonymität aufgeben müssen.

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