Aeroflot Maschine stürzte auf Bahnlinie: 88 Tote

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs bei Perm im Ural sind alle 88 Insassen gestorben. Mögliche Unglücksursache ist der Ausfall eines Triebwerks.

Russland habe die schlechtesten Flug-Sicherheitsbestimmungen der Welt, sagt CNN.


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Nach Angaben der russischen Fluggesellschaft Aeroflot verlor die Boeing 737 beim Landeanflug auf den Flughafen bei schwierigen Wetterbedingungen den Kontakt zu den Fluglotsen und stürzte wenige hundert Meter von Wohnhäusern entfernt auf ein Gleis der Transsibirischen Eisenbahn. Ein Ermittler nannte als wahrscheinlichste Unglücksursache das Versagen eines Triebwerks.

An Bord des 15 Jahre alten Flugzeugs waren laut Aeroflot 82 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Unter den Fluggästen seien 21 Ausländer gewesen. Zunächst war auch von einem Schweizer Todesopfer die Rede. Am späteren Sonntagnachmittag meldete das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, auf der der Schweizer Botschaft in Moskau vorliegenden Passagierliste sei kein Schweizer aufgeführt.

Die Boeing war in Moskau zur rund 1200 Kilometer weiter östlich gelegenen Stadt Perm gestartet.

Die Eisenbahnschienen wurden beim Aufprall des Flugzeugs zerstört, ein Abschnitt der Transsibirischen Eisenbahn wurde deswegen geschlossen, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Augenzeugen zufolge stürzte die Boeing in steilem Winkel auf die Schienen und zerschellte.

Ministerium: Keine Hinweise auf Terroranschlag

Das Moskauer Katastrophenschutzministerium teilte mit, am Boden sei niemand verletzt worden. Es gebe auch keine Hinweise auf einen Terroranschlag. Die Luftverkehrssicherheit in Russland und den früheren Sowjetrepubliken gehört nach Angaben der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA zu den schlechtesten der Welt. Experten machen dafür eine schwache staatliche Aufsicht, schlechte Pilotenausbildung und Sparmassnahmen bei vielen Fluggesellschaften verantwortlich.

Aeroflot verwies darauf, dass eine Inspektion der Unglücksmaschine Anfang des Jahres keine Probleme ergeben habe. «Aeroflot hat bezüglich Sicherheit einen guten Ruf», sagte der stellvertretende Direktor der Fluggesellschaft, Lew Koschljakow. Der Absturz sei «ein schwerer Schlag für unser Ansehen».

Unter den Toten war Berichten zufolge der frühere Heeresgeneral Gennadi Troschew. Troschew war 2002 vom damaligen Präsidenten Wladimir Putin als Kommandeur in Tschetschenien abgelöst worden. Er soll tatenlos schweren Menschenrechtsverletzungen in der Kaukasusrepublik zugesehen haben.

(grü/ap)

Erstellt: 14.09.2008, 18:58 Uhr

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