Angela Merkel tritt wieder an

Die amtierende Kanzlerin wird sich zur Wiederwahl stellen, wie es heute aus CDU-Parteikreisen heisst.

Merkel will Kanzlerin bleiben: Reaktionen aus Berlin auf die erneute Kandidatur. (20. November 2016)
Video: Reuters

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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel will wieder für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt kandidieren. Das teilte die 62-Jährige heute im CDU-Präsidium mit, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Parteikreisen erfuhr.

Merkel hatte auch schon zuvor erklärt, dass ihrer Ansicht nach der Parteivorsitz und das Kanzleramt in Personalunion zu führen sind. In den vergangenen Tagen waren immer mehr Unionspolitiker davon ausgegangen, dass sie für beide Ämter erneut antreten wird. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel machte deutlich, dass er damit rechnet.

Zum Auftakt des CDU-Präsidiumstreffens hatte Parteivize Armin Laschet gesagt: «Wir haben eine Kanzlerin, und wir wollen auch, dass sie das bleibt.» Sie habe in den vergangenen Tagen und Wochen viel aussenpolitisches Lob erfahren. Aber: «Ich finde es wichtig, dass wir jemanden haben, der die Gesellschaft im Inneren zusammenhalten kann.» Da wünsche er sich, dass Merkel auch über 2017 hinaus Kanzlerin sei.

Obamas Stimme hätte sie

Die CDU wählt am 6. Dezember beim Bundesparteitag in Essen ihre Spitze neu. Merkel ist seit April 2000 CDU-Vorsitzende und seit November 2005 Kanzlerin. Sollte sie 2017 zum vierten Mal gewinnen, hat sie die Chance, CDU-Mitbegründer Konrad Adenauer und auch Rekordhalter Helmut Kohl einzuholen. Adenauer war 14 Jahre, Kohl 16 Jahre Bundeskanzler.

Merkel gilt trotz der Flüchtlingskrise im vorigen Jahr und trotz der daraufhin einbrechenden Beliebtheitswerte für sie persönlich und die ganze Union als konkurrenzlos in der CDU. International wird sie nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA als letzte Verteidigerin westlicher Werte gesehen.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama nannte sie «zäh» und erklärte bei seinem Abschiedsbesuch am Donnerstag, wäre er Deutscher, würde er sie wählen.

Seehofer begrüsst Kandidatur

CSU-Chef Horst Seehofer hat die erneute Kanzlerkandidatur von Merkel begrüsst. «Es ist gut, dass jetzt Klarheit herrscht und dass sie sich entschieden hat», sagte Seehofer heute in München. «Ich war mir seit langer Zeit sicher, dass die Bundeskanzlerin für beide Ämter wieder kandidieren wird, ohne dass ich das von ihr selbst gewusst hätte.»

In den letzten Tagen habe er mit Merkel aber «natürlich darüber gesprochen». Seehofer und Merkel lagen in den vergangenen Monaten wegen der Flüchtlingspolitik über Kreuz. Der CSU-Chef hatte die Kanzlerin scharf kritisiert und eine Unterstützung Merkels bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr offen gelassen. (NXP/sda/afp)

Erstellt: 20.11.2016, 13:29 Uhr

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