Asiatische Atommächte rüsten auf

Während die Grossmächte Russland und USA die Anzahl der Atomsprengköpfe 2012 reduzierten, stockten China, Indien und Pakistan diese weiter auf.

Aufrüstung in «fragiler» Region: Indien testete die Langstreckenrakete Agni V im Dezember 2012. (Archivbild)

Aufrüstung in «fragiler» Region: Indien testete die Langstreckenrakete Agni V im Dezember 2012. (Archivbild) Bild: Reuters

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Im Gegensatz zu den meisten Atommächten haben China, Indien und Pakistan nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) ihre Arsenale weiter aufgestockt. China verfüge über nunmehr 250 Atomsprengköpfe, Pakistan über 100 bis 120 und Indien über 90 bis 110, heisst es in dem am Montag vorgestellten Bericht des Instituts. Das seien jeweils zehn Sprengköpfe mehr als noch im Jahr 2012.

Angesichts des «fragilen» Friedens in Asien sei dies eine beunruhigende Entwicklung, schreibt das Institut. Als Beispiele nannte der Bericht die «seit 2008 zunehmenden Spannungen» zwischen Indien und Pakistan, zwischen Nord- und Südkorea sowie zwischen China und Japan.

Russland und USA reduzierten Arsenal

Die Atommächte Russland und USA als Unterzeichner des Start-Abkommens zur Verringerung des Atomwaffenbestands reduzierten den Angaben zufolge ihr Arsenal. Russland verfügt demnach aktuell über 8500 Atomsprengköpfe, in den USA sind es 7700. Mit 300 Sprengköpfen in Frankreich, 225 in Grossbritannien und 80 in Israel blieben die Arsenale in diesen Ländern laut Sipri stabil.

Das Stockholmer Institut räumte ein, dass die Zahlen nur mehr oder weniger verlässlich seien, da China keine Angaben zu seinem Arsenal mache und es auch Russland zunehmend an Transparenz fehlen lasse. Nordkorea und der Iran verfügen nach Einschätzung von Sipri bislang nicht über Atomwaffen.

Bei den Bio- und Chemiewaffen verläuft die Reduzierung der Bestände laut Sipri nur schleppend. Entgegen ihrer Zusagen hätten die USA und Russland bislang nicht all ihre Chemiewaffen zerstört, und Syrien habe sogar mit einem Einsatz im Falle eines Angriffs von aussen gedroht.

Anzahl der Konflikte erhöhte sich

Im vergangenen Jahr nahm der Sipri-Statistik zufolge die Zahl der bei Friedensmissionen aktiven Soldaten um mehr als zehn Prozent ab. Dies sei vor allem auf den Truppenabzug aus Afghanistan zurückzuführen. Hingegen könnte die Zahl der Soldaten bei Friedensmissionen in Gebieten wie Mali und der Sahelzone steigen, möglicherweise könnte es zudem zu einem Einsatz in Syrien kommen, schreibt Sipri weiter.

In den vergangenen Jahren hat sich laut dem Institut die Zahl von Konflikten mit Einbindung verschiedener Staaten erhöht. Die Internationalisierung von Konflikten berge die Gefahr, dass sie sich in die Länge zögen.

Sipri ist eine Denkfabrik, die auf die Erforschung von Konflikten, Waffenkontrolle und Abrüstung spezialisiert ist. Das Institut wurde 1966 gegründet und wird zur Hälfte vom schwedischen Staat finanziert. (chk/AFP)

Erstellt: 03.06.2013, 03:15 Uhr

Protest: Tausende demonstrieren in Tokio gegen Atomkraftwerke und Atombomben. (2. Juni 2013) (Bild: Keystone )

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Die Demonstranten zogen durch das Stadtzentrum von Tokio und protestierten unter anderem vor der Firmenzentrale des Unternehmens Tepco, das die beim Tsunami 2011 schwer beschädigten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima betreibt.

Der Protest richtete sich auch gegen Nuklearwaffen. Auf einem Plakat stand: «Keine Atombomben! Unterentwickelte Affen wollen Atombomben!»

Nach der Fukushima-Katastrophe waren alle 50 japanischen Atomreaktoren für Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltet worden. Inzwischen wurden zwei wieder in Betrieb genommen. Ministerpräsident Shinzo Abe hat mehrfach erklärt, er wolle die Atomkraftwerke wieder hochfahren lassen, sofern deren Sicherheit gewährleistet sei. (sda)

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