Bilder der Gesetzlosigkeit

Es sind Aufnahmen, die Grossbritannien erschüttern. Die Bilder des ausgeraubten malaysischen Studenten wurden zu einem Symbol für die Krawalle. Nun ist ein weiteres Video ähnlichen Inhalts aufgetaucht.

Die Londoner Polizei bittet um Hinweise auf beteiligte Personen: Der dreiste Raub eines Scooters in Croydon am 8. August 2011. (Video: YouTube)


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Ein neues Video der Krawalle in London zeigt laut dem «Guardian» wie Dutzende Menschen in der London-Strasse in Croydon stehen, einem Vorort im Süden der britischen Hauptstadt. Ein Scooter-Fahrer versucht, sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. Da nimmt ein junger Mann die Verfolgung auf. Der Krawallmacher springt den Scooter-Fahrer von hinten an und reisst ihn zu Boden.

Umgehend treten weitere Akteure auf den Plan. Einer packt den auf der Strasse liegenden Mann am Rucksack und zerrt ihn weg von seiner Maschine. Der erste Angreifer schwingt sich auf den Scooter und dreht eine Runde – unter den Augen der euphorisierten Menge.

«Moralische Verwahrlosung»

Die neuen Aufnahmen erinnern an den malaysischen Wirtschaftsstudenten Mohammad Asyraf Haziq, der während der Krawalle ebenfalls ausgeraubt wurde. Sogar Premierminister David Cameron hatte sich dazu geäussert und die gefilmten Szenen als Beispiel für «moralische Verwahrlosung» bezeichnet.

Haziq wurde von einer Gruppe von rund 20 Jugendlichen und Kindern umrundet. Nach Angaben eines Freundes hätten die Angreifer Haziq zuerst sein Fahrrad genommen, dann das Mobiltelefon. Danach brachen sie ihm den Kiefer. (rub)

Erstellt: 17.08.2011, 20:14 Uhr

Kritik an harten Urteilen

Nach den schweren Ausschreitungen in London sind nach Angaben der Polizei bislang 1000 Menschen beschuldigt worden. Menschenrechtsorganisationen äusserten Kritik an den bereits ausgesprochenen und zum Teil empfindlichen Strafen für Randalierer. Zuletzt waren zwei junge Männer im Nordwesten Englands wegen «Organisation und Steuerung» der Unruhen zu Freiheitsstrafen von vier Jahren verurteilt worden. Sie hatten über Facebook zu Plünderungen aufgerufen.

«Lasst sie nicht damit davonkommen», sagte der amtierende Polizeichef Tim Godwin in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Die Verurteilungen seien ein wichtiger Meilenstein, doch die Ermittlungen dauerten noch an. Insgesamt hat die Polizei während der vier Nächte andauernden Unruhen 3000 Menschen festgenommen.

Vor allem nach den Urteilen gegen die zwei zu vier Jahren Haft verurteilten Männer sehen sich die Richter breiter Kritik wegen unverhältnismässig hoher Strafen ausgesetzt. Keine der beiden Plünderungen, zu denen die beiden über Facebook aufgerufen hatte, hatten schliesslich stattgefunden. (dapd)

Verprügelt und ausgeraubt: Student Haziq wird Opfer von Krawallen. (Video: YouTube)

Bildstrecke

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