Britische Steueroasen stimmen Informationsaustausch zu

Nach den Cayman Islands haben auch die Bermudas und fünf weitere britische Überseegebiete nachgegeben: Sie liefern vorerst fünf EU-Staaten Daten. Finanzminister Osborne feiert dies als grossen Durchbruch.

«Ein bedeutender Schritt»: Grossbritanniens Finanzminister George Osborne.

«Ein bedeutender Schritt»: Grossbritanniens Finanzminister George Osborne. Bild: AP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es sei «ein Wendepunkt im Kampf gegen Steuerflucht und illegale Finanzgeschäfte», liess die britische Regierung verlauten. Nach den Cayman Islands haben laut Grossbritanniens Finanzministerium nun auch die britischen Überseegebiete Anguilla, die Bermudas, die Britischen Jungferninseln, Montserrat und die Turks- und Caicos-Inseln einem automatischen Informationsaustausch zugestimmt.

Der britische Finanzminister George Osborne sagte gemäss «Financial Times»:« Dies ist ein bedeutender Schritt im Kampf gegen illegale Finanzaktivitäten und setzt einen globalen Standard im Kampf gegen die Steuerflucht.»

Nicht für alle Länder

Der automatische Informationsaustausch gilt allerdings vorerst nicht für alle Länder. Die Überseegebiete haben nur Datenlieferungen an Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zugestimmt.

Auch nicht alle britischen Steuerparadiese sind bisher dabei: Die Kanalinseln Guernsey und Jersey haben laut «Financial Times» bisher nur einem Informationsaustausch mit Grossbritannien zugestimmt. Guernsey soll nun aber gemäss dem Finanzministerium «Interesse» bekundet haben. Mitmachen will hingegen die Isle of Man. (mw/sda)

Erstellt: 02.05.2013, 05:26 Uhr

Artikel zum Thema

«Wer Millionen auf die Caymans einzahlt, schläft nicht gut»

Interview Rudolf Elmer war über Jahre für eine Schweizer Bank auf Cayman tätig. Wie schätzt er Offshore-Leaks und dessen Folgen ein? Und warum wurde er zum Whistleblower? Mehr...

In den Steueroasen ist die Party vorbei

Weil die Cayman Islands und die Bahamas in finanziellen Schwierigkeiten stecken, erwägen sie, die Steuern und Abgaben zu erhöhen. Mehr...

Steueroase für Reiche, Steuerhölle für Arme

Der Kanton Schwyz lockt mit rekordtiefen Steuern massenhaft Reiche an. Doch die Ärmsten werden aus Prinzip geschröpft. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Die Welt in Bildern

Klebriger Protest: Eine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) Aktivistin protestiert im Vorfeld der Mailänder Fashion Week gegen die Lederindustrie indem sie sich mit schwarzem Schleim übergiesst. (18. Februar 2020)
(Bild: Flavio Lo Scalzo) Mehr...