Buback-Mord: Ein ungeheurer Verdacht

Ex-RAF-Mitglied Verena Becker muss sich derzeit in Stuttgart wegen der Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback verantworten. Nun wurde eine spektakuläre Aussage publik.

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Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» und die Zeitung «Bild» auf ihren Webseiten berichten, soll der 1991 verstorbene Ex-Chef des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Christian Lochte, im April 1977 gesagt haben, dass Verena Becker auf Buback geschossen habe – und zugleich eine Informantin des Verfassungsschutz gewesen sei.

Dies zumindest behauptet laut den Zeitungsberichten der Hamburger Journalist Nils von der Heyde, der zu jener Zeit als Reporter für «Bild» tätig war – und ein enger Freund von Lochte. Er schilderte seine Version der damaligen Ereignisse anlässlich einer Diskussion im Hamburger Institut für Sozialforschung, an der auch Stefan Aust teilnahm, von dem das bekannte Buch «Der Baader-Meinhof-Komplex» stammt.

Bericht über Telefonat unter Freunden

Laut dem heute 73-jährigen von der Heyde fand am 7. April, dem Tag der Ermordung Bubacks, ein Telefongespräch zwischen ihm und Lochte statt. Laut dem «Spiegel»-Bericht fragte er den Verfassungsschützer: «Wer war es?» Die Antwort habe gelautet: «Die Sola» – der Deckname von Verena Becker bei der Terrorgruppe «Bewegung 2. Juni». Und eine Woche später habe Lochte ihm dann gesagt, dass Becker für den Verfassungsschutz gearbeitet habe – damals schon seit mindestens einem Jahr.

Als gesichert gilt heute zwar, dass Becker sich dem Verfassungsschutz im Jahr 1981 offenbarte, ausführliche Aussagen machte und dafür auch Geld bekam. Doch wenn sie schon 1976 mit dem Geheimdienst kooperierte, so fragt der «Spiegel» – waren die Verfassungsschützer dann womöglich in die Pläne der RAF eingeweiht? Und haben sie vielleicht sogar nicht eingegriffen, um ihre Quelle nicht zu gefährden?

Eine Aussage im Prozess in Stuttgart?

Wilde Spekulationen, wie das Nachrichtenmagazin selbst eingesteht, die auf der Aussage nur eines Mannes basieren. Nils von der Heyde hat seine brisanten Informationen laut dem Bericht bereits an Michael Buback übermittelt – den Sohn des Ermordeten, der von Beckers Schuld seit langem überzeugt ist.

Zudem habe der ehemalige «Bild»-Journalist dem Oberlandesgericht Stuttgart angeboten, im Verfahren gegen Verena Becker auszusagen. Eine Entscheidung dazu wurde ihm laut «Spiegel» noch nicht mitgeteilt. (raa)

Erstellt: 15.02.2011, 12:51 Uhr

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