«Charlie Hebdo» ist wieder da

Die neue Ausgabe der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» zeigt einen Hund, der vor einer aufgebrachten Meute flüchtet. Der Ansturm auf das Magazin bleibt diesmal aber aus.

Auflage von 2,5 Millionen: Die Titelseite der aktuellen «Charlie Hebdo»-Ausgabe zeigt einen Hund, der mit einer zusammengerollten «Charlie Hebdo»-Zeitschrift von einer geifernden Meute davonrennt. (25. Februar 2015)

Auflage von 2,5 Millionen: Die Titelseite der aktuellen «Charlie Hebdo»-Ausgabe zeigt einen Hund, der mit einer zusammengerollten «Charlie Hebdo»-Zeitschrift von einer geifernden Meute davonrennt. (25. Februar 2015) Bild: Jeff Pachoud/AFP

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Sieben Wochen nach den islamistischen Anschlägen von Paris ist die neueste Ausgabe der französischen Satirezeitung «Charlie Hebdo» in den Handel gekommen. Die Ausgabe, mit der das Satireblatt eine Rückkehr zur Normalität einleiten will, erschien mit einer sehr hohen Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren. Vor den Anschlägen hatte «Charlie Hebdo» eine Auflage von rund 60'000 Exemplaren.

Auf der Titelseite der neuesten Ausgabe wurde diesmal keine Mohammed-Karikatur abgedruckt. Abgebildet ist eine Karikatur auf rotem Grund, in der ein Hund mit einer «Charlie Hebdo»-Ausgabe in der Schnauze von einer geifernden Meute gehetzt wird. Unter den Verfolgern sind unter anderem ein Hund mit Kalaschnikow und Stirnband - als Karikatur eines Jihadisten -, der Papst, der konservative Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy und die Chefin des rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen. «Es geht wieder los!» steht dazu auf der Titelseite:

Auf 16 Seiten befasst sich die Redaktion in Texten und Karikaturen intensiv mit dem Anschlag. Aber auch die Schändung eines jüdischen Friedhofs, die griechische Finanzlage oder die Grippewelle in Frankreich sind Themen der Ausgabe.

Ausgabe auch in der Schweiz erhältlich

In der Romandie liegt die aktuelle Ausgabe seit Mittwochmorgen in den Kiosken auf. Bisher hatte sich die Auslieferung an die Geschäfte um ein oder zwei Tage gegenüber dem Verkaufsstart in Frankreich verzögert, wie die Westschweizer Kioskkette Naville Presse mitteilte. In der Deutschschweiz, wo insgesamt nur rund 500 Exemplare verteilt werden, ist das Satiremagazin bei Valora erst ab Freitag erhältlich.

Zuletzt war die für ihre Mohammed-Karikaturen von Islamisten angefeindete Wochenzeitung am 14. Januar erschienen, eine Woche nach dem Anschlag auf ihre Redaktionsräume mit zwölf Toten. Die Ausgabe «der Überlebenden» erschien mit einer in der französischen Pressegeschichte einmaligen Rekordauflage von acht Millionen Exemplaren und fand reissenden Absatz.

Bei der neuesten Ausgabe lief der Verkauf etwas langsamer an, wie Zeitungsverkäufer am Mittwochmorgen in Paris und anderen Städten Frankreichs berichteten:

«Nach der Gewalt, die wir erfahren haben, wollten wir eine etwas besänftigendere Titelseite», erläuterte «Charlie Hebdo»-Chef Riss. Er war bei dem Attentat von zwei Islamisten, die am 7. Januar mit Kalaschnikows in die Redaktionsräume gestürmt waren und um sich gefeuert hatten, an der Schulter verletzt worden. (pst/AFP)

Erstellt: 25.02.2015, 11:25 Uhr

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