«Das ist völliger Unsinn»

Der inhaftierte russische Ölmagnat Michail Chodorkowski steht heute zum letzten Mal wegen angeblicher Steuerdelikte vor Gericht. In seinem Plädoyer wählte er klare Worte.

Bereits zweiter Prozess: Michail Chodorkowski heute vor Gericht.

Bereits zweiter Prozess: Michail Chodorkowski heute vor Gericht.

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Der inhaftierte frühere russische Ölmagnat Michail Chodorkowski hat am Mittwoch die gegen ihn in einem Prozess erhobenen Vorwürfe als «völligen Unsinn» zurückgewiesen. Dem 47-Jährigen werden Betrug und Unterschlagung im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Chef des inzwischen aufgelösten Öl-Konzerns Yukos vorgeworfen.

An Richter Viktor Danilkin gewandt erklärte Chodorkowski, schon die Argumente der Anklage hätten seine Unschuld belegt. «Ich bin mir sicher, dass sie kompetent genug sind, um zu erkennen, dass die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft völliger Unsinn sind und dass sie völligen Unsinn nicht in ihr Urteil einfliessen lassen werden.» Seine Anwälte forderten das Gericht zu Beginn der Schlussplädoyers auf, die von der Staatsanwaltschaft verlangte 14-jährige Haftstrafe abzuweisen.

Die Oppositionspartei unterstützt

Es ist bereits der zweite Prozess gegen Chodorkowski. Er war der reichste Mann Russlands, als er 2003 wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung bei Yukos angeklagt wurde. Der Prozess galt als Vergeltung von Wladimir Putin, der damals Präsident war, dafür, dass Chodorkowski ihm Paroli bieten wollte und unter anderem Oppositionsparteien finanziell unterstützte. Die damals verhängte achtjährige Haftstrafe läuft in einem Jahr ab.

Der neue Prozess wurde als Versuch kritisiert, Chodorkowski weitere Jahre in Haft zu halten, zumindest bis nach der nächsten Präsidentenwahl 2012. Im Westen wird der Prozess genau verfolgt, auch im Hinblick darauf, ob die Justiz in Russland unabhängig agiert.

Chodorkowski und seinem Geschäftspartner Platon Lebedew wird vorgeworfen, mehr als 218 Millionen Tonnen Öl unterschlagen zu haben, die von Yukos zwischen 1998 und 2003 produziert wurden. Lebedew, der mit Chodorkowski vor Gericht steht, und seine Anwälte wollen noch Stellung nehmen. (oku/dapd)

Erstellt: 27.10.2010, 15:34 Uhr

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