David Cameron verlässt britisches Parlament

Die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU war auch als persönliche Niederlage Camerons gewertet worden. Damals trat er als Premier zurück, seinen Parlamentssitz behielt er aber – bis jetzt.

Erst verliess er die Downing Street, nund das Parlament: David Cameron am Tag seines Rücktritts als Premierminister. (13. Juli 2016)

Erst verliess er die Downing Street, nund das Parlament: David Cameron am Tag seines Rücktritts als Premierminister. (13. Juli 2016) Bild: Frank Augstein/Keystone

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Der frühere britische Premierminister David Cameron hat überraschend seinen Abschied aus dem Parlament angekündigt. Er werde seinen Sitz im britischen Unterhaus aufgeben, sagte Cameron am Montag und begründete das damit, dass er keine Ablenkung für die neue Regierung von Premierministerin Theresa May darstellen wolle. Angaben zu seinen Zukunftsplänen machte Cameron nicht.

Die Bekanntgabe wird eine Nachwahl für Camerons Sitz im englischen Oxfordshire nach sich ziehen. Der 49-Jährige vertrat seit 2001 den westlich von London gelegenen Bezirk Witney im Unterhaus.

Cameron will kein Hinterbänkler sein

Cameron war als Premierminister zurückgetreten, nachdem er britische Wähler nicht dazu bringen konnte, bei einem Referendum im Juni für einen Verbleib des Landes in der EU zu stimmen. Damals sagte er, er wolle im Parlament bleiben, auch wenn er nicht mehr eine Führungsrolle innerhalb seiner Konservativen Partei innehabe. Seitdem war er weitgehend abgetaucht.

Cameron erklärte am Montag, er glaube nicht mehr, dass es für einen ehemaligen Premierminister möglich sei, als sogenannter Hinterbänkler zu dienen, ohne Aufmerksamkeit von der Regierung abzulenken.

Unter einem Hinterbänkler versteht man einen Abgeordneten, der für gewöhnlich von hinten seine Zustimmung zu den Aussagen des Premiers ruft. Cameron sagte, May sei gut positioniert, um Grossbritannien zu führen.

May lobt den Ex-Premier

May würdigte Camerons politische Errungenschaften. Sie sei stolz, in seinem Kabinett als Innenministerin gedient zu haben, erklärte sie. Unter seiner Führung habe die Regierung viel erreicht.

Wann die Nachwahl für Camerons Sitz stattfinden wird, war zunächst unklar. Cameron kündigte aber an, seinen potenziellen Nachfolger im Wahlkampf zu unterstützen.

(kat)

Erstellt: 12.09.2016, 19:53 Uhr

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