Die Festung Europa bekommt einen Panzergraben

Die griechische Armee hat Berichten zufolge mit dem Bau eines Grabens begonnen. Dieser soll die Grenze zur Türkei verstärken, über die immer mehr Migranten nach Europa kommen.

Ein Zaun ist nicht genug: Griechische Grenzbeamte in der Nähe der Stadt Orestiada.

Ein Zaun ist nicht genug: Griechische Grenzbeamte in der Nähe der Stadt Orestiada. Bild: Keystone

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Die griechische Regierung verstärkt ihre Grenze zur Türkei. Wie «Spiegel online» unter Berufung auf die griechische Zeitung «To Vima» berichtet, haben die Arbeiten zu dem «Panzergraben» entlang des Grenzflusses Evros bereits begonnen. Zuvor hatte Griechenland bereits mit der Errichtung eines drei Meter hohen Sperrzaunes begonnen.

Der Graben soll demnach 30 Meter breit und sieben Meter tief werden. Was die Länge des Bauwerks angeht, kursieren laut «Spiegel online» verschiedene Angaben, die von 20 Kilometer bis 120 Kilometer reichen. Die ersten 14,5 Kilometer seien nahe der Provinzmetropole Orestiada bereits ausgehoben.

Auch militärische Zwecke

Andere Onlineseiten veröffentlichten Fotos des Chefs des griechischen Heeres, Vizegeneral Frangos Frangoulis bei der jüngsten Besichtigung der Arbeiten mit schwerem Gerät, die die griechische Armee durchführt.

Der Graben soll auch militärischen Abwehr-Zwecken dienen, hiess es. Griechenland und die Türkei streiten sich seit Jahrzehnten um Hoheitsrechte. Allein 2010 kamen nach Behördenangaben 128'000 Migranten nach Griechenland. In den vergangenen vier Jahren seien es insgesamt 512'000 gewesen.

Griechenland mit Flüchtlingsstrom überfordert

Seit einigen Jahren sieht sich Griechenland mit einer schnell wachsenden Anzahl von Flüchtlingen konfrontiert, die versuchen, über die grüne Grenze aus der Türkei auf das Gebiet der EU zu gelangen. Laut einem Bericht der EU-Grenzschutzbehörde Frontex ist die Türkei das «wichtigste Transitland für irreguläre Migration in die EU».

Nach der Teilnahme auch der europäischen Grenzagentur Frontex an der Überwachung der Grenze von Evros seit Anfang 2011 sind diese Zahlen der Migranten nach Angaben des Bürgerschutzministeriums stark zurückgegangen. Griechenland wächst der Flüchtlingsstrom über den Kopf. Mittlerweile ist mehr als jeder zehnte Einwohner ein Nicht-EU- Ausländer.

«Verbeugung vor nationalistischen Strömungen»

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte den Bau. Griechenland sei seit langem administrativ und politisch unfähig, ein menschenwürdiges Aufnahme- und Asylentscheidungssystem aufzubauen, bekräftige die Organisation in einer Mitteilung.

«Griechenlands neuer Panzergraben ist ein Symbol: Er steht einerseits für die Vertiefung der Gräben in Richtung Türkei und ist damit eine Verbeugung vor nationalistischen Strömungen im eigenen Land. Und er ist ein Graben gegen die Menschenrechte von Flüchtlingen. Die Regierung Papandreou zeigt, dass sie in Abschottung investieren will statt in ein Aufnahmesystem», so Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl.

Erstellt: 04.08.2011, 16:32 Uhr

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