Die Mutter der Kompanie überrascht Soldaten in Afghanistan

Es ist Ursula von der Leyens erster grosser Auftritt als deutsche Verteidigungsministerin. Der Besuch in Afghanistan sollte der Politikerin erste «Eindrücke ihrer neuen Lebenswirklichkeit» vermitteln.

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Bei ihrem ersten Truppenbesuch in Afghanistan hat Bundesverteidigungsministein Ursula von der Leyen (CDU) den deutschen Soldaten ihre Unterstützung zugesagt. «Ich bin für die Soldatinnen und Soldaten da, sie können sich auf mich verlassen», sagte von der Leyen heute im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif. Gerade vor Weihnachten sei ihr «sehr daran gelegen» gewesen, «zum Einsatz der Truppen hierher zu fahren».

In Afghanistan sehe sie «noch grosse Aufgaben» hinsichtlich der Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie, sagte von der Leyen. Alle wüssten, «wie ernst der Einsatz hier ist». Die Leistungen der Bundeswehr am Hindukusch bezeichnete von der Leyen als «grossartig».

Von der Leyen will noch viel lernen

Zu ihrer neuen Rolle sagte die Ministerin, sie habe «Respekt vor der Aufgabe». «Ich weiss, dass ich noch viel zu lernen habe». Es gelte für sie nun, «tiefer einzusteigen und zu lernen». Von der Leyen ist die erste Frau an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums.

«Es ist schon ein besonderes Gefühl, hier zu sein», sagte von der Leyen nach einem Frühstück mit Soldaten im Camp weiter. Sie sei von den Soldaten «sehr warm und herzlich aufgenommen» worden und habe «die ersten Eindrücke ihrer Lebenswirklichkeit gesehen».

Treffen mit Nato geplant

Von der Leyen traf am frühen Morgen zu dem zuvor nicht angekündigten zweitägigen Truppenbesuch in Masar-i-Scharif ein. Der Besuch erfolgt fünf Tage nach ihrem Amtsantritt am Dienstag. Bis morgen sind unter anderem Treffen mit Soldaten und Kommandeuren von Bundeswehr und Nato geplant, zudem ein Gedenken für die im Einsatz getöteten Soldaten am Ehrenhain.

In Masar-i-Scharif sind die meisten der derzeit noch etwa 3000 in Afghanistan eingesetzten Bundeswehrsoldaten stationiert, unter ihnen knapp 200 Frauen. Dort befindet sich auch der Sitz des Regionalkommandos Nord der internationalen ISAF-Truppe. Zuletzt hatte von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) Mitte Dezember die Bundeswehr in Afghanistan besucht.

Abzug bis Ende 2014

Anfang Oktober hatte die Bundeswehr im Beisein de Maizières und des damaligen Bundesaussenministers Guido Westerwelle (FDP) das Feldlager Kundus an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben. Bis Ende 2014 sollen die ISAF-Kampftruppen das Land verlassen. Auch danach sind aber noch internationale Ausbildungs- und Unterstützungsmissionen vorgesehen, an denen sich auch Deutschland beteiligen will.

Ein in Afghanistan umstrittenes Abkommen, das den Status der US-Truppen nach dem Jahr 2014 regeln und auch Vorbild für andere Länder sein soll, muss von der afghanischen Präsidentschaft noch unterzeichnet werden. Staatschef Hamid Karzai will dies seinem im April zu wählenden Nachfolger überlassen. Die US-Regierung drängt hingegen auf eine rasche Unterschrift.

(mrs/AFP)

Erstellt: 22.12.2013, 06:53 Uhr

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