Die «eiserne Erna» regiert in der Minderheit

Ein Bündnis aus Populisten und Konservativen wird Norwegen künftig regieren. Die designierte Ministerpräsidentin Solberg konnte keine weiteren Partner für die Koalition gewinnen.

Verkünden die Kooperation: Die designierte Ministerpräsidentin Erna Solberg (rechts) und die Chefin der Fortschrittspartei Siv Jensen. (7. Oktober 2013)

Verkünden die Kooperation: Die designierte Ministerpräsidentin Erna Solberg (rechts) und die Chefin der Fortschrittspartei Siv Jensen. (7. Oktober 2013) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Norwegen soll von einer rechts-konservativen Koalition regiert werden. Die konservative Partei der designierten Ministerpräsidentin Erna Solberg und die populistische Fortschrittspartei räumten gestern Abend die letzten Hürden für ein Bündnis aus dem Weg.

Beide Parteien bilden eine Minderheitsregierung, weil es ihnen nicht gelang, weitere Partner ins Boot zu holen. Die neue Koalition sicherte sich aber die Unterstützung von Liberalen und Christdemokraten, so dass das ölreiche Land eine verhältnismässig stabile Regierung bekommen dürfte.

Rot-rot-grüne Koalition am Ende

Solbergs Höyre-Partei und die fremdenfeindliche Fortschrittspartei bilden im Parlament, das im September neu gewählt wurde, den stärksten Block. Solberg, die den Spitznamen «Eiserne Erna» trägt, löst den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg ab. Dessen Partei bleibt zwar stärkste einzelne Kraft, kann aber die bisherige rot-rot-grüne Koalition nicht fortsetzen.

Die 52-jährige Solberg warb im Wahlkampf mit dem Versprechen, Staatsfirmen zu privatisieren und in dem Hochsteuer-Land die Abgaben zu reduzieren. Sie hatte unter anderem vorgeschlagen, Anteile am Ölkonzern Statoil und der Telekomgruppe Telenor zu veräussern. (rbi/sda)

Erstellt: 08.10.2013, 07:15 Uhr

Artikel zum Thema

Breiviks ehemalige Rechtspartei will in Norwegen regieren

Die künftige Ministerpräsidentin Norwegens, Erna Solberg von den Konservativen, einigte sich mit den Rechtspopulisten auf eine Minderheitsregierung. Zwei bürgerliche Parteien sicherten ihre Hilfe zu. Mehr...

Norwegens Regierungschef als Taxifahrer

Er wollte unbedingt wissen, «was die Leute wirklich denken». Deshalb fuhr der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg einen halben Tag lang Taxi und liess sich dabei von einer versteckten Kamera filmen. Mehr...

«Dieses Versagen war viel weitreichender, als ich es erwartet hatte»

Im norwegischen Parlament hat Regierungschef Jens Stoltenberg Stellung zur Kritik am Polizei- und Behördeneinsatz gegen Breivik genommen. Er bedauert die Versäumnisse – dennoch will er nicht zurücktreten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Bis zu 20 Prozent Krankenkassenprämie sparen

Mit dem neuen Grundversicherungsmodell KPTwin.easy sparen Sie bis zu 20 Prozent Prämie und eine Menge Zeit.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Wer wird Präsident? Ein traditionell gekleideter Chilene, ein sogenannter Huaso, verlässt nach seiner Stimmabgabe in Santiago die Wahlkabine. (19. November 2017)
(Bild: Esteban Felix/AP) Mehr...